Essstörungen: Psycho-Therapie

Die Psychotherapie deckt bei Essstörungen tiefer liegende Probleme des Patienten auf. Durch die Therapie wird häufig auch das Essverhalten normalisiert.


Der wichtigste Teil bei der Behandlung von Essstörungen ist die Psychotherapie. Sie beschäftigt sich mit der Aufdeckung tiefer liegender Probleme, die oft die eigentlichen Ursachen von Essstörungen sind. Diese gilt es zu ergründen und zu überwinden. Junge Patienten berichten von strengen, überfürsorglichen Eltern oder deren Scheidung, die sie nicht verarbeiten konnten. Auch Mobbing und hoher Leistungsdruck in der Schule oder starker Liebeskummer in der frühen Jugend bedrückt die Betroffenen.

Ältere Patienten geben ähnliche Belastungen in der Psychotherapie an. Bei ihnen sind oft die eigene Scheidung, geringe Anerkennung und Überforderung im Beruf oder Arbeitslosigkeit die Ursache ihrer Essstörungen. Werden die Probleme in der Therapie erkannt und verarbeitet, normalisiert sich auch das Essverhalten, ohne das dieses in der Therapie zur Sprache gekommen ist. Aber die Heilung von Essstörungen ist oft langwierig und schwierig. Einige Betroffene werden unter Umständen nie ganz von der Krankheit geheilt und leiden noch nach Jahren an den Auswirkungen. Normales Essen, ohne vorher darüber nachzudenken, ist nur für sehr wenige Betroffene wieder möglich, der Großteil der Erkrankten wird ein Leben lang ein unsicheres Verhältnis zur täglichen Nahrungsaufnahme haben.