Essstörungen: Therapie beantragen

Bei Essstörungen sollte eine Therapie beantragt werden. Krankenkassen übernehmen die Therapiekosten bei Essstörungen. Der behandelnde Psychotherapeut erstellt ein Gutachten und stellt den Antrag.


Eine Therapie bei Essstörungen wird von Psychotherapeuten, also Ärzten oder Psychologen mit einer Zusatzausbildung, durchgeführt. Es ist wichtig, dass diese eine Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung besitzen, denn nur dann werden die Kosten für eine Therapie bei Essstörungen auch von den Krankenkassen übernommen. Zuerst wird eine ambulante Behandlung durchgeführt. Im Bedarfsfall können auch stationäre Behandlungen in Krankenhäusern, Psychatrien oder speziellen Einrichtungen für Essgestörte, beantragt werden.

 

Therapie beantragen
Der erste Schritt ist die Suche nach einem geeigneten Therapeuten, den man bei seinem Hausarzt oder bei den Krankenkassen erfragen oder im Telefonbuch sowie im Internet ausfindig machen kann. Die ersten Sitzungen sind meist kostenlos, sodass man in Ruhe einige Therapeuten aufsuchen kann, bis man denjenigen gefunden hat, der einem zusagt. Bei einer Psychotherapie ist es wichtig, dass die Ansprechperson sympathisch ist und man ihr vertrauen kann. Daher sollte man am Anfang viele Therapeuten testen, bevor man sich für einen entscheidet. Hat man nun einen Therapeuten gefunden, schreibt dieser einen Bericht an die Krankenkasse und stellt den Antrag auf eine Kostenübernahme. Nach höchstens 14 Tagen wird der Bescheid über eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse per Post zugeschickt. Dieser Brief kann auf Verlangen auch bei Minderjährigen (ab 15 Jahren) anonym zugestellt werden. Das bedeuten, dass die Krankankasse darum gebeten wird, den Brief nicht nach Hause zu den Eltern zu schicken. Danach wird ein Ablauf entwickelt, der auf den Patienten zugeschnitten ist.

 

Kostenübernahme
Von der Krankenkasse werden drei verschiedene Therapieformen bezahlt, die je nach Persönlichkeit in Einzel- oder Gruppensitzungen durchgeführt werden können. Dabei ist allerdings die Anzahl der Stunden, die finanziert werden, begrenzt. Für die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (Ursachen der Krankheit finden) werden bei Einzelsitzung in der Regel 50 Stunden und in besonderen Fällen 80 Stunden veranschlagt. Die maximale Höchstgrenze liegt bei 100 Stunden. Gruppensitzungen haben normalerweise eine Dauer von zwei Stunden. Hier werden 40 Stunden von den Krankenkassen bezahlt; in besonderen Fällen auch 60 Stunden. Die Höchstgrenze liegt hier bei 80 Doppelstunden.

Die analytische Psychotherapie (Einsehen/Erkennen der Krankheit) wird mit 160 Stunden, in besonderen Fällen mit 240 Stunden veranschlagt. Die Höchstgrenze beträgt 300 Stunden. Für die Gruppentherapie gelten hier im Allgemeinen 80 Stunden, in Ausnahmefällen 120 Stunden. 150 Stunden sind das Maximum. Verhaltenstherapien werden teilweise in Gruppen durchgeführt. Es ist aber stets eine Einzeltherapie von Nöten und sollte den Großteil der Stunden ausmachen. Die Doppelstunden in einer Gruppentherapie werden bei der Kostenübernahme als Einzelstunde in einer Einzeltherapie gewertet. Hier werden 45 beziehungsweise 60 Stunden übernommen. Die maximale Stundenanzahl liegt hier bei 80.