Essstörungen: Ursachen basieren auf falschem Schönheitsideal

Auch das, von den Medien verbreitete, Schönheitsideal trägt bei zur Entwicklung von Essstörungen: Ursachen sind unerreichbare Ideale und ein verzerrtes Selbstbild.


Auch das gängige Schönheitsideal spielt mit hinein, geht es um Esstörungen: Ursachen sind hier der Drang nach Anerkennung oder Akzeptanz in der Gesellschaft. Viele Betroffene wollen dem heutigen Schönheitsideal entsprechen. Die meisten sind sehr unsicher in Bezug auf ihre Person. Sie definieren sich über ihre Leistungen und ihr Aussehen. Nie in der Geschichte zuvor galt, wie heute, ein extrem schlanker Körper als Idealfigur. In der Renaissance und im Barock wurden im Gegenteil eher mollige bis dicke Frauen als attraktiv angesehen. Erst im letzten Jahrhundert vollzog sich langsam der Wandel hin zu schlankeren Körpern. Noch in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte das Sexsymbol Marilyn Monroe eine Kleidergröße von 42. In den 70er Jahren kam dann das erste Mal das Schlankheitsideal auf. Seit den 90er Jahren wird starkes Untergewicht als Ideal angesehen. Einige der heutigen weiblichen Idole stehen unter Verdacht, selbst an Essstörungungen zu leiden und mehrere haben chirurgische Eingriffe machen lassen, um ihre Figur dem Schönheitsideal anzupassen. Vor allem in der Werbung werden die Frauen zusätzlich digital „nachgebessert“. Es werden hier und da noch die allerletzten Pölsterchen wegretuschiert, die Beine und die Arme künstlich noch dünner gemacht. Eine solche Figur kann man auf natürlichem Wege nicht erreichen. Selbst strikte Diäten oder ein umfangreiches Sportprogramm können als unschön empfundene Pölsterchen nicht immer wegschmelzen lassen. Das permanente Zurschaustellen der Idealfigur in den Medien führt zu dem Wunsch, ebenfalls dünn zu sein. Besonders betroffen sind Mädchen, denen die Industrie überall und zu jeder Zeit vorgibt, wie ein perfekter Körper auszusehen hat, aber auch ältere Menschen können an Essstörungen leiden.

 

Schönheitsideal bei Männern
In den letzten Jahren finden sich vermehrt auch Männer mit Esstörungen: Ursachen sind auch hier die Vorgaben der Medien einem bestimmten - schlanken - Schönheitsideal zu gleichen. Man sieht immer mehr männliche Models, Schauspieler und Sänger, die eine perfekt durchtrainierte Figur präsentieren, denen die Männer nacheifern wollen. Zusätzlich ist die Werbe- und Kosmetikindustrie auf den Mann als Kunden aufmerksam geworden. Es werden immer mehr Produkte zur Schönheitspflege angeboten und das immer mit vermeintlich schönen und erfolgreichen Models.

 

Nur schlank erfolgreich?
So haben viele der Betroffenen – ob Frau oder Mann – die unbegründete Angst „zu dick“ zu werden, obwohl sie nie übergewichtig waren. Sie fürchten keine Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden, denn nur ein schlanker/sportlicher Mensch hat ihrer Meinung nach, eine Chance auf eine Karriere und einen Partner.