Essstörungen: Ursachen können Psychische Krankheiten sein

Psychische Krankheiten können Ursachen von Essstörungen sein. Beispiele dafür sind: die Borderline-Krankheit, Depressionen oder die Kaufsucht.


Eine Reihe von psychischen Krankheiten begünstigt die Entstehung von Essstörungen. Sie können die Ursachen von Essstörungen sein, oder aber auch erst im Verlauf einer Essstörun auftreten. Da es schwierig ist, den genauen Zeitpunkt von psychischen Krankheiten festzulegen, kann man teilweise nicht mit Sicherheit sagen, was nun zuerst da war. Es ist nicht selten, dass zum Beispiel eine Bulimikerin zusätzlich an einer verzerrten Körperwahrnehmung (Dysmorphobie) und einer Depression leidet. Eine Therapie der primären Krankheit ist am effektivsten, da die anderen oft nur Begleiterscheinungen (komorbide Störungen) sind. Sie würden bei einer Heilung der primären Krankheit von alleine abklingen. Besitzt der Patient diese Krankheiten allerdings schon über einen langen Zeitraum, können sich die Begleiterkrankungen verselbstständigen, sodass alle gesondert therapiert werden müssen.

 

Borderline
Patienten mit dem Borderline-Syndrom leiden unter starken Stimmungsschwankungen. Mal sind sie überschwänglich, dann wieder todtraurig. Diese Gefühlszustände können sich innerhalb von Stunden ändern. Auch im Umgang mit ihren Mitmenschen sind sie sehr wechselhaft. An einem Tag suchen sie sehr große Nähe, am anderen Tag gehen sie auf extreme Distanz. Sie fühlen sich häufig einsam, leer, traurig und verspüren eine nicht greifbare Angst. Oft haben sie aggressive Ausbrüche, welche die Betroffenen in selbstzerstörerischen Handlungen gegen sich selbst richten. Genau hier lassen sich die Ursachen von Essstörungen erkennen, denn als nichts anderes als selbstzerstörerisch lässt sich eine Essstörung beschreiben.


Kaufsucht
Viele essgestörte Menschen leiden auch an einer Kaufsucht (Oniomanie). Sie gehört mit der Arbeitssucht und der Spielsucht, zu den Zwangsstörungen. Die Kaufsucht äußert sich in dem Drang, Konsumgüter kaufen zu müssen. Die Betroffenen erstehen zumeist bestimmte Waren, wie zum Beispiel Kleidung, im Überfluss. Ihnen ist bewusst, dass sie diese eigentlich nicht benötigen, kommen aber gegen den inneren Drang nicht an. Mit dem Kauf sollen Sorgen, Probleme und Ängste überwunden werden. Betroffene ziehen Selbstbewusstsein aus dieser eingenständigen Entscheidung des Kaufes. Die positiven Gefühle verebben allerdings schnell, sodass die Süchtigen schon bald wieder etwas kaufen müssen. Wenn diese Krankheit nicht durch eine Verhaltenstherapie behandelt wird, treten Schuldgefühle, Angst und sogar Depression auf. Die Betroffenen ruinieren sich finanziell, fangen an zu stehlen oder Geld zu unterschlagen.

 

Depressionen
Eine Depression zählt zu den ernsthaften psychischen Krankheiten, unter denen die Betroffenen stark leiden. Sie wird durch ein Ungleichgewicht des Botenstoffes Serotonin im Gehirn verursacht. Patienten leiden an Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Interessenlosigkeit. Sie haben ein geringes Selbstwertgefühl und ein schwaches Fremdwertgefühl (Gefühlslosigkeit). Den Betroffenen ist es fast unmöglich, Freundschaften aufrecht zu erhalten und einer geregelten Arbeit nachzugehen. Oft endet eine Depression mit einem Selbstmord. Depressionen sind unter essgestörten Menschen weit verbreitet. Sie können sowohl Auslöser, als auch Folge von Essstörungen sein.