Ethische Mode - Kleidung mit Wohltätigkeitsgarantie

Die Begriffe Ethik und Ausbeutung gelangen langsam auch in die Modeszene. Seit kurzem versucht sich die Modeindustrie an ethischer Mode.


Die Modeindustrie ist ein schnelllebiges Geschäft. Bereits im Winter werden die neuesten Sommertrends vorgestellt. Nachdem die Modelle den Laufsteg verlassen haben, werden die Ideen auch schon verändert, auf den Massengeschmack angepasst und in die Herstellung geschickt. Die Modeindustrie ist eine weltumspannende Industrie. Viele Modeunternehmen haben ihre Produktion ins billige Ausland verlagert.

 

Ausbeutung
Dort sind die Arbeitskräfte deutlich günstiger und rund im die Uhr im Einsatz. Chinesische Arbeiterinnen sitzen in schlecht belüfteten Lagerhallen und fertigen eine Jeans nach der anderen an Arbeitsrecht oder –schutz gehören hier nicht zur Tagesordnung. Der neue Trend zur ethischen Mode begann Angang der 90er Jahre des vergangenen Jahrtausends. Die Medien berichteten zunehmend von Kinderarbeitern oder Ausbeutung von Kleinbauern. Der modebewusste Konsument verlangte nun genau zu wissen, woher seine Kleidung kam und wie sie hergestellt wurde.

 

Ethische Mode
Ethische Mode ist längst kein Trend mehr sondern ein Lebensgefühl. Ein Gefühl, das gut tut. Neben ökologisch angebauten Materialien, Baumwolle steht hier an oberster Stelle, wird auch in allen anderen Produktionsschritten auf Natur- und Umweltschutzbelange geachtet. Dies ist ja bereits aus der Öko-Mode bekannt. Neu ist aber der ethische Aspekt. Denn die Kleidung soll nicht zur Ausbeutung schwächer entwickelter Länder beitragen. Die Bauern werden fair entlohnt und die Landesbevölkerung unterstützt.

Die UN Menschenrechtsverordnung ist ebenso ein Leitfaden, wie allumfassende Gedanken von Gerechtigkeit und Gleichheit. Vorreiter der „ethical brands“ war das Modelabel „American Apparel“, das seine Jeans und T-Shirts in den USA herstellen lässt und in eigenen Läden vertreibt. Andere Hersteller folgten, weil auch sie den Marketingeffekt der nachhaltigen Mode entdeckten. Levis ist ein weiteres bekanntes Beispiel.

Neue Labels produzieren ökologisch
Der dänische Designer Peter Ingwersen gründete 2005 das Label „Noir“, dass hochwertige, trendige, aber auch ethisch korrekte Kleidung vertreiben soll. Die Baumwolle wird in Uganda angebaut. Der Gewinn aus der Produktion kommt nicht nur den Arbeitern sondern auch der restlichen Bevölkerung zugute, denn er finanziert Medikamente und schafft zusätzliche Bildungsangebote. Eine Art modische Entwicklungshilfe sozusagen.

Auch deutsche Großunternehmer haben sich auf die ökologische Mode eingelassen. Der Otto Versand achtet in seiner 1995 entstandenen Modelinie „Pure Wear- die reinste Faser“ auf ökologische Rohstoffe, Naturschutz und umweltgerechter Produktion. In Wien können sich naturbewusste Menschen mit Kleidern des Labels „Göttin des Glücks“ bedecken.

 

Stella McCartney mit gutem Beispiel voran
Stella McCartney ist die einzige hochkarätige Modedesignerin, die in ihren Kollektionen vollständig auf Leder und Pelz verzichtet. Die Tochter des Ex-Beatles Paul ist auf einem biologisch-organischen Bauernhof aufgewachsen. Die überzeugte Vegetarierin setzt sich verstärkt für die Rechte von Tieren ein. Für militante Tierschützer, die schon mal eine Modenschau stürmen, und die Modells mit Tierblut attackieren, hat sie sogar Verständnis, denn niemand solle durch Strom getötete Tiere um den Hals hängen haben.

Auch die restliche Modewelt scheint erkannt zu haben, dass auch Konsumjunkies Wert auf Kleidung mit Botschaft legen. Der Designer Giorgio Armani verwendet in seinen Kollektionen zunehmend natürliche Materialien etwa Hanf oder recycelte Baumwolle.
Im Laufe der Jahre entstanden weitere Marken, beispielsweise „Kuyichi“, „Misericordia“, „True fashion“ oder „Edun“, ein vom Sänger Bono Vox gegründetes Label. Verbraucher, die unbedenkliche Textilien erkennen möchten, können auf die zwei Umweltsiegel „Ökotext Standard 100“ und das EU Ökolabel“ vertrauen. Diese Zeichen werden nur solchen Marken verliehen, die natürliche Materialien verwenden und sich dem Unweltschutz verschrieben haben.

 

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