Europäische Küche: Die Vielfalt unter uns

Jeder kennt die italienische und die griechische Cuisine. Aber europäische Küche umfasst viele Länder und Regionen mit unterschiedlichen Vorlieben und Schwerpunkten.


Vielfältig – das ist die europäische Küche. Schließlich liegen beispielsweise zwischen der norwegischen und der griechischen Küche Welten. Jede Landesküche wartet mit anderen Spezialitäten auf. Dennoch gibt es natürlich regionale Einflüsse, die über die Landesgrenzen hinweg zu schmecken sind. Mediterrane Kost mit viel Olivenöl, Fisch und Eingelegtem findet sich, wie der Name schon sagt, an der ganzen Küste des Mittelmeers – ob nun in Spanien, Italien oder Griechenland.
Herzhafter ist da die osteuropäische Küche, aber auch die typischen Gerichte Österreichs und Bayerns, wie Braten mit Kraut und Knödeln, sind weithin geschätzt.

Europäische Küche – abseits der Klischees

  • Doch natürlich hat die europäische Küche noch viel mehr zu bieten als Pizza, Gyros, Guacamole und Schweinebraten. Die Balkanküche punktet beispielsweise mit leckeren Cevapcici und Ajvar und selbst die englische Küche hat viel mehr zu bieten als Braten mit Minzsauce. Das Kedgeree zeigt beispielsweise den indischen Einfluss der einstigen Kolonialmacht. Hierbei handelt es sich um ein Fischgericht, das mit Reis, Eiern und Butter serviert wird. Der exotische Touch kommt durch die Gewürze. Abgeschmeckt wird es nämlich mit Koriander, Kurkuma und Curry und zusätzlich mit Joghurt verfeinert.
  • Die Vielfalt zeigt sich auch in den Spezialitäten kleiner Länder oder Regionen: Die Färöische, Zyprische oder Maltesische Küche ist zwar weitgehend unbekannt, aber deswegen nicht weniger reizvoll als die klassischen europäischen Spezialitäten. Katalanien, eine Region in Spanien, besticht Leckermäuler nicht nur durch die bekannte Crema Catalana, einer Creme mit einer dicken Karamellschicht. Auch die Butifarra, eine katalanische Knoblauchwurst, oder Ratafia catalana, ein Kräuterlikör aus grünen Walnüssen und verschiedenen Kräutern, sind kulinarische Hochgenüsse. Oft lohnt es sich auch, die Küche zu hierzulande neu zu entdecken. Schließlich besteht auch in Deutschland ein himmelweiter Unterschied zwischen der norddeutschen und der bayerischen Küche.

Schottische Spezialitäten

  • Andere Spezialitäten, wie beispielsweise die schottischen, können jedoch erst einmal etwas abschreckend erscheinen. Während Bannockbrot, eine Art Fladenbrot, oder der Colcannon, ein Kohl-Eintopf, noch harmlos klingen, werden zarte Gemüter vor Haggis zurückschrecken. Der Name erinnert vielleicht an eine Gestalt aus Harry Potter, doch was sich hinter dem charmanten Namen verbirgt, ist recht speziell. Für Haggis wird der Magen eines Schafes mit diversen Innereien wie Herz, Leber und Lunge gefüllt. Seinen endgültigen Geschmack erreicht das Haggis durch die Zugabe von Nierenfett, Zwiebeln und Hafermehl.
  • Wer jetzt noch Appetit hat, kann sich an einer anderen schottischen Spezialität versuchen: dem frittierten Marsriegel. Der „deep fried mars bar“ ist, wie der Name schon sagt, ein in Bierteig ausgebackener Schokoladenriegel. Für den einen mag dies ein kulinarischer Tiefpunkt sein, andere stellen sich darunter ein leckeres Dessert vor. Nicht so die Schotten – die Kalorienbombe wird am liebsten mit Pommes verdrückt. Besonders in Imbissbuden in Westschottland gibt es die frittierten Schokosünden. Generell wird in der schottischen Küche gerne frittiert: Auch Pizzen, Eiscreme, Ananasringe oder eingelegte Eier finden schonmal den Weg in die Fritteuse.