Eutonie - Die ,,gute Spannung\"

Die meisten Menschen leiden heutzutage an Verspannungen und einem geringen Körperbewusstsein, das sich auf das gesamte Wohlbefinden negativ auswirkt. Mit Eutonie kann man es wiedererlangen.


Mit dem Begriff Eutonie wird eine spezielle Praktik bezeichnet, die sich mit der Körperspannung auseinandersetzt und das Ziel hat die optimale Beweglichkeit des Körpers zu erreichen. Es vermittelt gleichzeitig ein tiefes, ausgeprägtes Gefühl für den eigenen Körper. Die menschliche Körperspannung, der „Tonus“ reicht von locker, gespannt bis zu verkrampft. Mit speziellen Übungen kann man lernen, den eigenen Tonus flexibel anzupassen und bewusst zu kontrollieren, und somit Bewegungen optimal koordinieren zu können. Dadurch verschwinden auf Dauer Verkrampfungen und ein gesamtkörperliches Wohlgefühl stellt sich ein.

Die Begründerin Gerda Alexander
Die Rhythmus- und Bewegungstherapeutin kam nach Beobachtungen ihrer Schüler zu der Erkenntnis, dass Verspannungen und Blockaden der Grund dafür sind, warum Menschen ihren Körper nicht optimal nutzen und gebrauchen können. Sie lernte sich in die Körperhaltung ihrer Schüler hineinzuversetzen und entwickelte darauf aufbauend ihre Übungen. Diese sollen für alle Altersgruppen und Lebensbereiche geeignet sein, um das Körpergefühl im Alltag zu verbessern.

Zum Stressabbau aber auch zur Bekämpfung von Schmerzen
Diese Therapie hat sich unter anderem bei der Arbeit und Ausbildung von Tänzern und Schauspielern bewährt. Sie eignet sich als Fortbildungsmaßnahme für pflegerische, therapeutische und pädagogische Berufsfelder und zur Geburtsvorbereitung. Die häufigsten Einsatzfelder ist die Therapierung von chronischen Schmerzen, Stress-Symptomen, neurologischen Erkrankungen, psychischen Problemen und generell Störungen des Muskel- und Bewegungsapparates.

Technik der Eutonie
Gerda Alexander ging davon aus, dass sich unser emotionales Wohlbefinden in der Körperspannung, also dem Tonus wiederspiegelt, und durch geistige und körperliche Prozesse beeinflusst wird. Daher lassen sich durch eine bewusste Einflussnahme auf den Tonus, die entstanden körperlichen oder geistigen Stresssymptome wieder abwenden. Die Übungen sollen helfen, den eigenen Körper genau kennenzulernen und die Fähigkeit aufzubauen Lebensprozesse in sich aufzuspüren. Dieses Bewusstsein erlernt man durch ein Harmonisieren der Verbindung zwischen Muskeln, Gelenken, Bewegungsabläufen, Raumgefühl und Oberflächensensibilität. Durch Verbesserung des Tastsinns der Haut, wird zunächst die eigene Körpergrenze zur Umwelt und die eigene Körperform kennengelernt. Anschließend wird daran gearbeitet, die Räumlichkeit des Körperinneren bewusst zu spüren, also die einzelnen Körperorgane und Muskeln wahrzunehmen. Der dritte Schritt besteht aus der bewussten Gestaltung der Beziehung vom Körper zur Außenwelt um Spannungsschmerzen zu verlieren und zu verhindern. Zuletzt wird gelernt die Muskulatur ökonomisch hinsichtlich der Schwerkraft einzusetzen um zu freieren und leichteren Bewegungen im Alltag fähig zu sein.