Fair Trade Kaffee: Produkt ohne Kinderarbeit

Fair Trade Kaffee gehört zu den Produkten, die unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Kritik gibt es am Siegel dennoch.


Wer kennt ihn nicht, den Fair Trade Kaffee. Fair Trade vergibt Siegel an fair gehandelte Produkte aus Afrika, Asien und Lateinamerika: Das Ziel ist durch den fairen Handel, die Lebensbedingungen der Produzenten zu verbessern.
Das Zertifizierungssystem ist von der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) entwickelt worden. Dieser ist ein Dachverband, der die nationalen Fairhandelsorganisationen vereint. In Deutschland und Österreich hieß das Gütesiegel TransFair, heute verzichtet die Organisation jedoch auf die Nennung des Begriffs. Mittlerweile gilt also weltweit ein einheitliches Siegel, was für den Verbraucher natürlich deutlich übersichtlicher ist.

Fair Trade Kaffee, Reis, Tourismus...
Die FLO zeichnet also verschiedene Produkte mit seinem Siegel aus, zum Beispiel Kaffee, Tee, Obst, Säfte, Schokolade, Kakao, Zucker, Honig, Nüsse, Reis oder Gewürze. Immer mehr weitet sich der Begriff Fair Trade auf andere Bereiche wie Tourismus, Handwerk oder Industrie aus. So findet man zum Beispiel traditionelles Handwerk aus fairem Handel in Weltläden.

Die Richtlinien
Vom Fair Trade, also dem fairen Handel, profitieren bereits 1,4 Millionen Landwirte. Denn meist handelt es sich um landwirtschaftliche Güter, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer wie Deutschland exportiert werden. Um das Fair Trade-Siegel zu erhalten, müssen folgende Richtlinien eingehalten werden:

  • Einhaltung der Menschenrechte
  • Gewerkschaftsfreiheit
  • Verbot von Kinderarbeit und Sklaverei
  • Zahlung eines „fairen“ Preises für die Ware, der die Existenz der Produzenten sichert
  • Einsatz einiger Pestizide verboten

Stark verbreitet – aber wenig angenommen
In Deutschland kaufen etwa 5,4 Prozent der Verbraucher regelmäßig Fair Trade-Produkte. Konnte man die fair gehandelten Produkte zunächst nur in Welt- oder Naturkostläden kaufen, finden sie sich heute auch in normalen Supermärkten und Discountern und in der Gastronomie, achten Sie beim Einkaufen auf das blaugrüne Siegel auf schwarzem Grund.

Kritik: Woher kommt der hohe Preis?
Kritiker sehen die fehlende Transparenz des Fair Trades als problematisch an. Denn der Verbraucher kann kaum nachvollziehen, wer am Mehrpreis verdient: die Bauern und Hersteller oder die Einzelhändler? Schließlich ist die Preisdifferenz von Fair-Trade-Produkten im Vergleich zu normalen Produkten viel höher als der Mehrbetrag, der an die Produzenten geht. Dies liegt zum Teil wohl an den Verwaltungs- und Kontrollkosten der Organisation, rechtfertigt aber für den einen oder anderen Konsumenten nicht die deutlich höheren Preise.