Auch wenn viele Eltern den Gang zur Familienberatung scheuen – schon einige Sitzungen können eine Familie wieder ins Gleichgewicht bringen. Hier erhalten Eltern und Kinder abhängig von ihren Bedürfnissen pädagogische, psychologische oder therapeutische Hilfe.
Warum zur Beratung?
Gründe, sich von einem Familienberater helfen zu lassen, gibt es viele. Vielleicht gibt es Krisen oder Familienprobleme innerhalb der Familie oder zwischen den Eltern. Eventuell sind sich Mutter und Vater bei Erziehungsfragen nicht einig. Besonders schwierig für die ganze Familie sind die Entwicklungsübergänge des Kindes, zum Beispiel die Trotzphase, der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule oder von der Grundschule auf die weiterführende Schule. Auch in der Pubertät gibt es häufig Spannungen zwischen Eltern und Kindern. An diesen Wendepunkten im Leben des Kindes, entwickelt es oft Verhaltensauffälligkeiten, die für die Eltern manchmal recht schwer einzuordnen sind. Auch bei dauerndem Streit zwischen den Eltern und dem Wunsch nach Trennung kann eine Familienberatung helfen.
Hilfreiche Tipps
Der Berater kann häufig auch praktische Tipps für die Entwicklungsförderung des Kindes geben. Wird das Kind beispielsweise gemobbt, kann er gemeinsam mit dem Kind entwickeln, wie es aus dieser Opferrolle wieder herauskommt. Das Selbstbewusstsein des Kindes kann beispielsweise durch ein spezielles Selbstbehauptungstraining erhöht werden.
Wie läuft die Beratung ab?
Oft kommt es in der Familienberatung zu einem Gruppengespräch, in denen der Familienberater als Vermittler auftritt. Gerade in schweren Fällen sind aber auch Einzelgespräche möglich. Für viele Eltern ist eine Familienberatung befreiend, sobald sie sich darauf eingelassen haben. Schließlich können sie sich endlich einmal aussprechen. Kleinere Kinder müssen meist noch nicht viel reden, sondern werden eher dabei beobachtet, wie sie sich beim malen oder spielen verhalten. Es kann aber dennoch sein, dass einige Fragen an sie gerichtet werden.
Meist kostenlos
Familienberatung wird von den Kommunen, Landkreisen, Wohlfahrtsverbänden oder Kirchen angeboten und ist in den meisten Fällen kostenlos. Die Arbeitsgemeinschaft für Jugend- oder Eheberatung bietet ein vollständiges Verzeichnis über die verschiedenen Stellen in ganz Deutschland an, auch in Schulen oder Kindergärten gibt es Infos über Beratungsmöglichkeiten. In den meisten Fällen reichen bereits fünf bis sechs Gespräche. Den Termin bekommt man meist nach etwa zwei bis drei Wochen, außer bei sehr dringenden Fällen. Im Erstgespräch werden dann bereits die Probleme angesprochen. Der Berater gibt Hilfestellung herauszufinden, was nun für das Kind und für die Eltern wichtig ist.