Bert Hellinger wurde 1925 in Leimen geboren und wuchs in Köln auf. Er studierte Pädagogik, Philosophie und Theologie. Nach seiner Priesterweihe ging er mehrere Jahre nach Südafrika und leitete dort eine Missionsschule. Zurück in Deutschland legte er das Priesteramt ab, heiratete und bildete sich zum psychologischen Psychotherapeuten weiter. Allerdings verweigerte ihm die Wiener Psychoanalytische Vereinigung die Anerkennung seiner Ausbildung. Er kam in Kontakt mit der systemischen Familientherapie und entwickelte aus deren Elementen seine Methode der Familienaufstellung.
Familienaufstellung nach Bert Hellinger
Bereits in den 1960er Jahre arbeitete die Familientherapeutin Virginia Satir mit Familienskulpturen. Dabei stellten sich die Familienmitglieder im Raum zueinander auf. Ihre körperliche Haltung, Gestik und Mimik sollte dabei die Beziehungen untereinander widerspiegeln. Jedes Mitglied gab nach Fertigstellung der Skulptur zu seinen Gefühlen und Wahrnehmungen Auskunft. Bert Hellinger veränderte die Methode von Satir dahingehend, dass nun nicht mehr die Familienmitglieder allein an der Aufstellung beteiligt sind, sondern Stellvertreter diese Arbeit übernehmen. Sie werden vom Aufstellenden so im Raum positioniert, wie er die zuvor beschriebene Familiensituation interpretiert. Auch die Stellvertreter äußern sich (verbal oder körperlich) zu ihren Wahrnehmungen und fungieren dabei als eine Art „wissendes Feld“ in Bezug auf die Familienprobleme. Der Klient soll durch diese Methode eine neue Sicht auf die Familiensituation und deren Beziehungsgeflecht gewinnen und bestehende Konflikte für sich lösen können. Bert Hellinger führt die Aufstellungen teilweise in Gruppen von bis zu 500 Personen durch. Oft geht es dabei emotional hoch her und es kommt vor, dass Klienten während oder nach der Aufstellung eine Krise durchleben. Die Methode hat aber nicht nur Anhänger, sondern auch Kritiker.
Kritik an Hellingers Familienaufstellungen
Die Kritik an Bert Hellinger und seiner Art Familienaufstellungen zu praktizieren bezieht sich vor allem darauf, dass er seine Klienten nach erfolgter Aufstellung allein lässt und sie nicht dabei unterstützt, mit ihrer emotionalen Aufwühlung zurechtzukommen. Kritisiert wird auch, dass er die Stellvertreter scheinbar nach eigenem Gutdünken im Raum verschiebt, Unterwerfungsrituale von ihnen fordert und sie dadurch demütigt. Diese Vorgehensweise, so wird von Fachverbänden bemängelt, entspricht in keiner Hinsicht psychotherapeutisch ethischem Verhalten und führte zur Distanzierung von seiner Arbeit.