Familientreffen - Wie geht man miteinander um?

Ein paar Tipps zum Thema Verwandtenknigge können das nächste auswärtige Familientreffen zu einem wirklich schönen Erlebnis machen. Benehmen Sie sich Ihren Schwiegereltern gegenüber höflich, sprechen Sie mit Ihren Kindern über den neuen Partner und versuchen Sie längerdauernde Treffen wenn möglich zu vermeiden - dann steht einem harmonischen Beisammensein nichts im Wege.


Die Verwandten des Partners sind plötzlich da. Wenn man sich neu verliebt hat, bekommt man sie gratis mit dazu. Denn man kann sich, ähnlich wie bei den eigenen Eltern auch, die Verwandtschaft seines Lebenspartners schließlich nicht aussuchen. Auf jedem Familientreffen sieht man sie wieder. So besitzen die neuen Tanten, Neffen und Co großes Konfliktpotenzial, bieten aber auch die Chance, neue interessante Menschen kennenzulernen.

Besuch bei den zukünftigen Schwiegereltern

  • Wenn der neue Partner den Eltern vorgestellt werden soll, müssen einige Verhaltensregeln eingehalten werden, um einen guten ersten Eindruck zu machen. Denn dieser ist unwiederbringlich und nicht zu ändern. Achten Sie unbedingt auf Sauberkeit, da schmutzige Fingernägel und löchrige Kleidung nicht beeindrucken. Ziehen Sie keinen Anzug an, es handelt sich schließlich nicht um ein Bewerbungsgespräch.
  • Im Vorfeld sollten Sie versuchen, etwas über die Eltern des Partners herauszufinden. Als Begrüßungsgeschenk ist ein Blumenstrauß immer die richtige Wahl. Verbleiben Sie im Gespräch zunächst bei den Familiennamen, erst wenn die Eltern das „du“ anbieten, dürfen auch die Vornamen genutzt werden. Die Gesprächsthemen ergeben sich ganz natürlich und sollten nicht erzwungen werden. Bei einer unangenehmen Pause können zum Beispiel Einrichtungsgegenstände angesprochen werden.

Kinder

  • Ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit einer neuen Partnerschaft sind Kinder aus vorherigen Beziehungen. Das ist ein sehr sensibler Bereich und muss verantwortungsbewusst gehandhabt werden. Männer- oder Frauenbekanntschaften sollten ohne die Anwesenheit des Kindes getroffen werden. Erst wenn sicher ist, dass etwas Längerfristiges und Ernsthaftes entsteht, kann das Kind den Partner kennenlernen.
  • Dem Nachwuchs sollte immer der Unterschied zwischen Elternschaft und Partnerschaft verdeutlicht werden. Der neue Partner soll nicht die Mutter oder den Vater ersetzen. Mütter und Väter müssen sich ausreichend Zeit nehmen, um ihrem Kind Ängste und Sorgen zu nehmen. Erklären Sie die neuen Verhältnisse behutsam und gehen Sie auf Ihren Sprössling ein. Jede neue Partnerschaft bedeutet für ihn eine schwierige Situation und Herausforderung zugleich.

Die Schwiegermutter - Ein unbekanntes Wesen

  • Sie ist das Hassobjekt unzähliger verzweifelter Ehefrauen. Es soll ja auch nette geben, nur die eigene ist komischerweise immer die Schlimmste.
  • Besonders häufig treten Probleme auf, wenn die Schwiegermutter auf die Ehefrau trifft. Unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen prallen aufeinander, wenn sich die beiden Frauen begegnen.
  • Die Konzepte der eigenen Ehe werden auf das Leben der Kinder und deren Partner übertragen. Forderungen und Vorwürfe bestimmen den täglichen Umgang. Besonders häufig kommt es zu Problemen, wenn das Ehepaar Kinder hat.
  • Gespräche können ein Ausweg aus dieser Misere sein.In manchen Fällen hilft aber nur eine räumliche Trennung zwischen Ehepaar und Schwiegermutter.

Familientreffen auf der Hochzeit und allgemeine Tipps

  • Familienfeiern sind häufig Anlass für große Konflikte und Streitigkeiten. Um dies schon im Vorfeld zu vermeiden, sollten einige Vorkehrungen getroffen werden. Verständigen Sie sich über Ihre Vorstellungen und Erwartungen. Wer ist für die Menüplanung und das Kochen zuständig, wer kümmert sich um die Kinder?
  • Drei Stunden reichen völlig aus, meinen Experten. Familientreffen sollten nicht den ganzen Tag dauern. Wenn das nicht möglich ist, an Weihnachten oder großen Hochzeiten beispielsweise, sollten Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden. Grundsätzlich sind kleine Querelen keine Schwierigkeit, solange sie nicht eskalieren. Sprechen Sie nicht jedes ungelöste Problem an, das Ihnen auf dem Herzen liegt.
  • Das Wort „Nein“ sollte unbedingt in Ihren Wortschatz aufgenommen werden, denn als Gastgeber müssen Sie sich nicht alles gefallenlassen. Schwierigen Verwandten kann mit Humor und Geduld begegnet werden.