Farben aus der Natur - Möglichkeiten

Tipps und Tricks, um wunderschöne Farben aus der Natur zu gewinnen und zum Malen oder dem Färben von Textilien zu verwenden.


Die Natur bringt die schönsten und harmonischsten Farben hervor. Farben aus der Natur erfreuen unser Auge, heben die Stimmung und tun der Seele einfach gut. Am schönsten wäre es, die Farben einfach von draußen herein zu holen. Dies ist nicht so unmöglich wie es scheint. Naturfarben können zum Färben von Textilien, als Innenanstrich unserer Räume, als Außenanstrich von Gartenzaun und Schuppen sowie auch als Fassadenanstrich oder Putz genutzt werden. Als Anstrichfarbe haben sie oft noch zusätzliche gute Eigenschaften und wer den Putz seines Hauses mit mineralischen Pigmenten aus der Region wählt, kann sicher sein, dass sich sein Heim farblich perfekt in die Umgebung einfügt.


Farben selbst herstellen

Ölfarben, Kalkkaseinfarben, Lasurfarben und Temperafarben lassen sich einfach selbst mit Farben aus der Natur herstellen. Hierfür bieten sich mineralische Pigmente am besten an. Viele Pigmente und ebenso viele Rezepte zu ihrer Verwendung findet man zum Beispiel bei der Firma „Kremer Pigmente“. Die Bierlasur zum Beispiel ist eine der einfachsten Möglichkeit eine Lasurfarbe herzustellen, die sich für Holz, dass mit einem Ölanstrich vorbehandelt wurde oder bereits geölt ist, eignet. Hierfür werden lediglich 100g Pigment - am besten eignen sich hier Erden und Lehmpigmente wie Siena oder Umbra - mit einem Liter schalem Bier verrührt. Der Biergeruch verfliegt nach dem Trocknen.

Färben von Textilien
Auch zum Färben von Wolle und Seide eignen sich Farben aus der Natur hervorragend. Viele Pflanzen können selbst gesammelt werden und der Färbevorgang ist ein Erlebnis. Exotischere Pflanzen wie Krapp oder Rotholz kann man auch getrocknet erwerben. Wichtig ist, dass man sich beim Pflanzenfärben an Rezepten orientiert, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. So müssen Wolle und Seide in der Regel vorgebeizt werden, bevor es an den Färbevorgang geht. Nicht alle hierfür verwendeten Mittel sind gesundheitlich unbedenklich. Wer aus Liebe zur Natur mit Naturfarben färbt, sollte nicht auf Chrom oder Kadmiumhaltige Vorbeizen zurückgreifen zumal diese streng genommen auch als Sonder- beziehungsweise Giftmüll entsorgt werden müssen. Alaun- und Alaun-Weinstein Vorbeizen liefern auch sehr gute Ergebnisse und so bleiben die Farben aus der Natur auch in einem natürlichen Umfeld.

Sicherheitshinweise

Farben aus der Natur sind zwar wunderschön aber nicht immer gesundheitlich unbedenklich. So sind zum Beispiel Bleierze als Farbgeber mit Vorsicht zu genießen. Es lohnt sich hier, Rezepte mit allen verwendeten Zutaten gut zu prüfen und gegebenenfalls alle Sicherheitsrichtlinien zu verinnerlichen. Auch nicht alle zum Färben verwendeten Pflanzen sind ungiftig. Hier ist es wichtig, das zum Färben verwendete Kochgeschirr ausschließlich für die Pflanzenfarben zu reservieren und hinterher nicht mehr für Lebensmittel zu verwenden. Manche Farbnuancen werden auch erst durch die Zugabe von Eisen- oder Kupfersalzen erreicht. Je nachdem, welche Chemikalien man hier oder auch als Beize verwendet, muss das Wasser entsprechend entsorgt werden. Je nach Möglichkeiten zum sicheren Arbeiten oder zur Entsorgung kann es unter Umständen sinnvoller sein, auf eine entsprechende Farbe zu verzichten.

Buchempfehlungen

Um sich die Farben aus der Natur ins Haus oder in den Garten zu holen, haben G. Ziesemann, M. Krampfer und H. Knieriemen ein gutes Buch geschrieben: „Natürliche Farben – Anstriche und Verputze selber herstellen“. Zum Pflanzenfärben bietet sich „Wolle und Seide mit Naturstoffen färben“ von Dorothea Fischer an sowie „Wild Color“ von Jenny Dean, das allerdings in englischer Sprache abgefasst ist, an.