Längst nicht alle Mediziner sind von den gesundheitlichen Vorteilen einer Heilfastenkur überzeugt. Ganz im Gegenteil. Besonders auf dem Gebiet der Schulmedizin findet man viele Fachleute, die die Nachteile des Fastens betonen. Zu diesen Kritikern gehört auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die den Begriff „Entschlackung“ für einen pseudowissenschaftlichen Terminus ohne wissenschaftliche Belege hält.
Fasten: mehr Nachteile oder Vorteile?
Es ist richtig, dass die medizinischen Effekte kaum bis gar nicht belegt sind. Richtig ist aber auch, dass eine Fastenkur den entscheidenden Anstoß zur Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten geben kann. Diese wiederum haben zweifellos eine positive Wirkung auf den Organismus.
Ketoacidose: Gefährliche Übersäuerung des Körpers
Zu den am häufigsten genannten Gefahren einer Fastenkur gehört die Übersäuerung des Körpers. Während des Fastens werden vermehrt Purine (Harnsäure) gebildet, die Anzeichen für den starken Zellabbau und -umbau sind. Daraufhin steigen die Harnsäurewerte an. Dieser erhöhte Wert erhöht die Gefahr der Entstehung von Nieren- und Gallensteinen. Auch das Risiko von Gichtanfällen steigt stark an.
Durch den starken Abbau von Fetten und Eiweißen kommt es aber auch zur Bildung von Ketonkörpern – Azeton und Betahydroxysäure – die über die Nieren abgebaut werden müssen. Der Harn übersäuert. Wenn nicht genug getrunken wird, um die Ausscheidung zu unterstützen, wird das körpereigene System, das eine Übersäuerung verhindern soll, überlastet. Es kommt im schlimmsten Fall zu Nierenversagen.
Eine Übersäuerung kann mit basischen Produkten sowie der Gabe von Obst- und Gemüsesäften entgegengewirkt werden. Der behandelnde Arzt wird die Harnsäurewerte überwachen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einleiten.
Mangelernährung
Nur wer unter einer Fastenkur eine Nulldiät versteht, wird auch mit Mangelerscheinungen zu rechnen haben. Jedoch basiert eine richtig durchgeführte Kur unter ärztlicher Aufsicht auf dem Konsum von Gemüse- und Obstsäften, Salzen sowie Molkeprodukten und Tees, die alle nötigen Vitalstoffe und Vitamine enthalten. Zudem sollte eine Fastenkur immer auf den individuellen gesundheitlichen Zustand des Fastenden abgestimmt werden.
Muskelabbau?
Während des Fastens kommt es zum Eiweißabbau, der in geringem Maße ja auch erwünscht ist. Ziel ist es, den Eiweißpool zu erneuern. Studien haben gezeigt, dass der Auf- und Abbau von Muskelmasse nicht allein mit der Eiweißaufnahme zusammenhängt, sondern auch mit Bewegung. Wenn man beim Fasten untätig bleibt und den ganzen Tag auf der Couch verbringt, wird das unweigerlich in verminderter Muskelmasse enden. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Fastende, die Sport machen, sogar mehr Muskeln aufbauen konnten.
Weitere mögliche Komplikationen
• Herzrhythmusstörungen aufgrund des Eiweißabbaus
• Geschwächtes Immunsystem, dadurch erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten
• Hautunreinheiten
Gesündere Alternative zum Heilfasten
Wer nun doch etwas Angst bekommen hat und erstmal Abstand von einer mehrtägigen Fastenkur nehmen möchte, braucht trotzdem auf die Entschlackung nicht zu verzichten. Hierfür sind frische Bitterstoffe, wie sie in verschiedenen Pflanzen natürlicherweise vorkommen, ideal geeignet. Bärlauch und Brennnessel beispielsweise sind sogenannte Nierenöffner. Sie regen die Ausscheidung über die Ventile der Niere an. Auch Löwenzahn und Gänseblümchen haben reinigende Wirkungen. Allgemein empfehlen Heilpraktiker sich basenreich zu ernähren, das bedeutet weitestgehend auf tierische Produkte zu verzichten und Obst und Gemüse vorzuziehen. Dazu sollte man auch ausreichend trinken und sich an der frischen Luft bewegen. So kann man gesundheitliche Nachteile beim Fasten umgehen.