Es klingt unappetitlich: Als Faulecken bezeichnet man eigentlich nur eingerissene Mundwinkel, in der Fachsprache auch Perlèche genannt. Hierbei ist die Haut in den Mundwinkeln rot und aufgeweicht, Mediziner sprechen von einer Mazeration. Die Einrisse sind unangenehm und schmerzen. Da Faulecken schlecht abheilen, weil sie beim Essen oder Lachen schnell erneut einreißen, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Verschiedene Ursachen
Faulecken können aus verschiedenen Gründen entstehen. Oft haben sich Bakterien – in den meisten Fällen Streptokokken – oder Sprosspilze angesiedelt. In den seltensten Fällen liegt es am Syphiliserreger Treponema pallidum.
Bei älteren Patienten sind Faulecken zumeist eine Alterserscheinung: Der Kieferknochen bildet sich zurück oder die Zahnprothesen sitzen schlecht. Dadurch läuft der Speichel unkontrolliert aus dem Mund und die Haut weicht auf. Auch Eisen- und Vitaminmangel kann zu Faulecken führen. Diabetiker und Neurodermitiker leiden ebenfalls häufig unter eingerissenen Mundwinkeln.
Diagnose und Behandlung
Mithilfe eines Erregernachweises kann man herausfinden, ob Bakterien oder Hefepilze Schuld haben. Dafür wird in den meisten Fällen ein Stück Haut entnommen. Eine Laboruntersuchung von Blut und Harn kann eine Stoffwechselerkankung wie Diabetes oder auch harmlose Mangelerscheinungen feststellen. Wenn die Ursache für die Faulecken erkannt wurde, müssen diese bekämpft werden. Die Heilungschancen sind sehr gut.
Häufig treten die eingerissenen Mundwinkel bei Menschen auf, die Zahnprothesen tragen. Diese muss deshalb immer richtig sitzen und stets gründlich gereinigt werden, notfalls muss sie beim Zahnarzt erneut angepasst werden.
Salben – aber kein Kortison
Hat ein Pilzbefall Schuld, helfen nur Salben, die die Pilze wirkungsvoll töten. Der Wirkstoff Antimyotika sorgt für die Abheilung. Die Creme muss circa drei Wochen verwendet werden, nur dann ist der Pilz wirklich weg. Haben sich Faulecken aufgrund von Bakterien gebildet, helfen Antiobiotika, der Wirkstoff Mupirocin findet häufig Anwendung. Zusätzlich kann man Cremes, die desinfizieren verwenden. Sind Mangelerscheinungen der Grund für die Faulecken, reicht schon eine richtige Ernährung. Ist Diabetes die Ursache, muss diese selbstverständlich behandelt werden.
Kortison hilft in allen Fällen zwar gegen die Symptome, bekämpft dabei aber nie die Ursache. Daher ist die Behandlung mit Kortisonsalbe nicht sinnvoll. Pflanzliche Wirkstoffe helfen meist nicht gegen Faulecken.
So sorgt man vor
Damit Faulecken gar nicht erst entstehen, hilft es, sich stets die Zähne zu putzen und den Rest der Mundhygiene ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Zahnprothesen, falls vorhanden, sollten ebenfalls sorgfältig gereinigt werden. Vermeiden Sie es, sich die Lippen abzulecken, dadurch trocknet die Haut noch mehr aus. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, so vermeiden Sie Mangelerscheinungen.