FDGB - der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund stellt sich vor

Der FDGB war eines der wichtigsten Organe im Machtrefugium der DDR – was genau dahinter steckt erfahren Sie hier


Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund, kurz FDGB, war einst der Dachverband aller Gewerkschaften der Deutschen Demokratischen Republik und in seiner Funktion ein wichtiger Bestandteil des sozialistischen Verwaltungssystem. Ebenso hatte er einen wichtigen Anteil an der Kontrolle der arbeitenden Bevölkerung in der DDR, war beispielsweise für die Zuteilung von Urlaubsplätzen und für die Gewährleistung der Planarbeit zuständig. So gesehen kann der FDGB als ein wichtiger Teil des Machtgefüges des DDR-Systems gelten, welcher es der SED-Führung ermöglichte die Arbeiterbrigaden problemlos zu infiltrieren. Die ernannten FDGB-Führer eine jeden Betriebs mussten vertrauenswürdige Kader sein, welche einerseits für ideologische Ordnung zu sorgen hatten aber auch Überwachungsaufgaben durchführten. Nicht weniger wichtig war die Erhebung der Sozialversicherung der DDR durch den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund.

Eine kleine Geschichte des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes
Gegründet wurde der FDG bereits kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone. Schon im Juni 1945 wurde er aus der Taufe gehoben und begann unmittelbar seine Aufgabe als Organisationsorgan der Arbeiterschaft wahrzunehmen. Von Anfang an vertrat der Verband zwar Parteineutralität, jedoch stand der Bund stets unter dem Einfluss der Sozialistischen Einheitspartei. In den frühen Jahren des Verbands gab man sich besonders viel Mühe die Mitglieder und Arbeiter ideologisch zu schulen, strikte Entnazifizierung durchzudrücken und die Wirtschaft in das Plansystem zu überführen. Mit der politischen Wende 1990 gab es für den Bund keinen Platz mehr. Zu den Wahlen in der von der SED befreiten DDR wurde der Verband nicht mehr zugelassen. In Westdeutschland löste sich der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund schnell auf. Teile seiner Mitgliedschaft schlossen sich den westdeutschen Entsprechungen, insbesondere dem DGB an.

Die Rolle des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes im DDR-System
Die Mitgliedschaft im Gewerkschaftsbund war grundsätzlich freiwillig, jedoch konnte eine Karriere kaum ohne ein Mitgliedsbuch ausgebaut werden. Wer im FDGB organisiert war, dem konnte man Ideologietreue zumindest offiziell zugestehen. Neben beruflichen Vorteilen, erhielten die Mitglieder zudem Zusatzrenten und weitere finanzielle Vorteile wie Sterbegeld. Zinslose Darlehen wurden vom FDGB ebenso an die Mitglieder verteilt. Praktische Vorteile lagen bei einer Mitgliedschaft daher durchaus auf der Hand, was auch viele nicht ideologietreue Arbeiter und Angestellte in die Arme des Verbandes trieb. Mitglied im FDGB zu sein hieß daher nicht grundsätzlich auch Parteianhänger zu werden.