FDJ Hemd: Klassisches Kennzeichen aus der DDR

Das FDJ Hemd war die „Uniform“ der DDR-Jugendorganisation und darf auch heute in vielen Sammlungen echter (N)Ostalgiker nicht fehlen.


Das FDJ Hemd wird auch Blauhemd genannt, als solches nicht zu verwechseln mit dem traditionellen Kleidungsstück der Männer von den Dörfern der Schwäbischen Alb, die es bei der Arbeit auf Hof und Feld trugen. Das FDJ-Blauhemd taugte auch weniger für den Werktag, es war mehr zu Agitations- und Propagandazwecken erfunden worden. Wobei es keine Innovation der FDJ gewesen ist, sondern abgekupfert war von den „Blauen Falken“ der sozialistischen Partnerorganisation im Westen Deutschlands. Denen gefiel das allerdings nicht so sehr, und viele zogen aus Protest die blauen Hemden nicht mehr an, obwohl sie außer dem Blau kaum etwas gemeinsame hatten. Vor allem unterschieden sie sich durch die Embleme: Während die Falken den (roten) Vogel im blauen Kreis auf der linken Brusttasche angebracht hatten, waren es bei den DDR-Blauhemden die drei Buchstaben FDJ über den Strahlen einer aufgehenden Sonne, befestigt am linken Ärmel.

Das FDJ Hemd ging mit der Mode

  • Die ersten Blauhemden, die nach der Gründung der FDJ, der Freien Deutschen Jugend, 1946 auf den Markt kamen, waren aus strapazierfähiger Baumwolle, verloren nach jeder Wäsche an blauer Farbe und waren schwer zu bügeln. Die Blusen der Mädchen hatten runde, das FDJ Hemd für die Jungen spitze Männerkragen. Jugendfunktionäre oder andere eifrige FDJler besaßen mitunter auch zwei, eins für den gesellschaftlichen Alltag und das andere für politische Feierlichkeiten.
  • Anfangs musste jeder FDJler sein Sonnenemblem selbst annähen, später wurde das  in der Massenproduktion erledigt. Auch Stoff und Design verbesserten sich. Bald gab es bügelfreie Hemden, auch für die Mädchen mit Hemd-Kragen oder als Blouson. Wer Glück hatte, erwischte auch schon mal ein ein FDJ Hemd mit kurzen Ärmeln. Ganz besonders beliebt waren die Modelle mit Schulterklappen. Sonderanfertigungen waren vorgesehen für ausgewählte FDJler wie Sportler oder für Abgesandte zu Jugendtreffen im Ausland, damit sie ihre Organisation im schicken Outfit repräsentieren konnten.

Das FDJ Hemd als Uniform

  • Zwar wurde es lieber getragen als die weiße Bluse der Pionierorganisation mit dem blauen Halstuch, aber eher deshalb, weil ein FDJler eben schon in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen war. Das passierte übergangslos zu Beginn des achten Schuljahres. Die Mitgliedschaft in der FDJ war ein „freiwilliges Muss“ – doch wer es nicht freiwillig wollte, hatte keine so reibungslose Zukunft vor sich.
  • Das FDJ Hemd war bei zahlreichen Gelegenheiten Pflicht. Etwa, wenn zum Jahresende die Schulzeugnisse vergeben wurden, dann wieder, wenn ein neues Schuljahr anfing, an Gedenk- und Feiertagen, natürlich zu den Fahnenappellen, selbst an Universitäten und Hochschulen hatte es noch präsent zu sein.
  • Oft wurde das das blaue Hemd, vor allem zu den Zeiten des FDJ-Blousons, gern über einen Pulli gezogen, damit es gleich nach dem Pflichttragen in die Tasche gestopft oder auch kokett aufgeknöpft werden konnte. Mancher versteckte es unterm Pullover, sodass nur die Ecken zu sehen waren, was allerdings nicht immer gut ankam.
  • Die FDJ gibt es heute noch, obwohl nicht mehr als „Kampfreserve der Partei“. Sie hat auch sehr viel weniger Mitglieder, aber diese tragen nach wie vor stolz ihre „Uniform“ – was allerdings meist nicht gut ankommt. Zu kaufen gibt es die blauen Hemden für Liebhaber, Sammler und (N)Ostalgiker in angesagten Ostprodukte-Läden.