Als Fehlgeburt wird eine vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft bezeichnet. Im Speziellen bedeutet dies einen Abbruch (Abort) bevor überhaupt eine Lebensfähigkeit des Kindes erreicht worden ist. Meist liegt das Geburtsgewicht des Fötus in diesem Fall noch unter 500 Gramm. Je nach Alter der Schwangeren liegt das Risiko für eine potenzielle Fehlgeburt bei ungefähr zehn Prozent.
Hauptursachen für eine Fehlgeburt
Ganz unterschiedliche Ursachen können eine Fehlgeburt auslösen. Vonseiten der Mutter kann es bereits bei der Befruchtung zu einer fehlerhaften Einnistung der Eizelle gekommen sein. Auch Schilddrüsenfehlfunktionen, Infektionen der Gebärmutter, eine Gebärmutterhalsschwäche oder ferner eine bestehende Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sind als Grund für eine Fehlgeburt durchaus denkbar, genauso wie eine vorzeitige Abstoßung aufgrund von Fehlbildungen des Embryos. Gerade bei sogenannten Chromosomenanomalien (ausgeprägten Gendefekten) kommt es oftmals zu einer natürlichen Abstoßungsreaktion des Körpers in Form eines Abortes. Eine durchaus wichtige und nicht ganz unbedeutende Wirkung auf das Vermeiden einer Fehlgeburt hat das äußere Verhaltern der Schwangeren. Daher sollte grundsätzlich auf die Einnahme von Medikamenten und Genussgiften wie Nikotin, Alkohol und Drogen während der Schwangerschaft verzichtet werden. Häufig bleiben die Ursachen einer Fehlgeburt jedoch auch völlig unaufgeklärt.
Symptome einer spontanen Fehlgeburt (Spontanabort)
Zu den am häufigsten verzeichneten Merkmalen einer bevorstehenden Fehlgeburt gehören starke vaginale Blutungen, meist in Verbindung mit wehenartigen Unterleibsschmerzen oder auch Schmerzen im Rückenbereich. Sobald diese Symptome auftreten, sollte die Schwangere ihren Gynäkologen oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen. Dort kann mittels eines Ultraschalls und einer vaginalen Untersuchung festgestellt werden, ob es bereits zu einer Abstoßung des Embryos gekommen ist. Ist der Fötus noch am Leben, können schwangerschaftserhaltende Maßnahmen wie Bettruhe und eine bescheinigte Arbeitsunfähigkeit das Risiko eines Abortes vermindern.
Therapeutische Maßnahmen nach einer Fehlgeburt
Oftmals regelt der menschliche Körper die eigentliche Abstoßungsreaktion selbst. Der leblose Fötus wird einfach ausgeschieden. In seltenen Fällen jedoch bleibt diese Reaktion aus. Der Gynäkologe muss nun eine Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage) vornehmen, bei welcher das im Körper der Schwangeren verbliebene Plazentagewebe samt Fötus entfernt wird. Dieses geschieht, um Infektionen und fortdauernde Blutungen zu vermeiden.
Unterschied zur Fehlgeburt – Die Totgeburt
Die Ursachen für eine Totgeburt sind der einer Fehlgeburt sehr ähnlich. Infektionen und Fehlbildungen können ausschlaggebend für ein Absterben des Kindes sein. Ein Kind gilt als tot geboren, sofern das Kind bei der Geburt ein höheres Gewicht als 500 Gramm aufweist oder aber nach der 24. Schwangerschaftswoche ohne Lebenszeichen auf die Welt kommt. Ganz im Gegensatz zu einer Fehlgeburt unterliegen Totgeburten der standesamtlichen Meldepflicht.
Erfahrungsaustausch wichtige Therapie
Für Frauen ist eine Fehlgeburt bewiesenermaßen immer eine starke Belastung, insbesondere wenn ein intensiver Kinderwunsch der Schwangerschaft vorausging. Sie stellen ihren Körper in Frage und werden von starken Schuldgefühlen geplagt. Auch den Männern geht es in diesem Fall oft nicht anders. Sie zweifeln an ihrem Erbgut und ihrer Fortpflanzungsfähigkeit. Eine gemeinsame Therapie kann Eltern mit Kindesverlust bei der Bewältigung der Trauerarbeit helfen und zugleich den Eltern den Rückweg in einen geregelten Alltag erleichtern. Als sehr hilfreich hat sich auch in diesen konkreten Fällen der Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Eltern in Gesprächskreisen erwiesen, wie sie beispielsweise von der Initiative Regenbogen angeboten werden.