Feiertage mit der Patchwork Familie: So geht man Konflikten aus dem Weg

Feiertage können für die Patchwork Familie zur Belastungsprobe werden. Geht jeder ein wenig auf den anderen zu, kann man Streitereien jedoch vermeiden.


Leise rieselt der Schnee auf das Einfamilienhaus, die Eltern schmücken zusammen mit den zwei Kindern den Baum, und abends gibt es den klassischen Gänsebraten – gerade an den Feiertagen wünschen sich viele Menschen die heile Welt, die es heute jedoch immer seltener gibt. Für Patchworkfamilien sind die Feiertage eine besondere Herausforderung. Schließlich sind sie noch lange nicht so eingespielt wie die klassische Familie. Doch auch wenn Exfrau, neue Freundin und Kinder aus verschiedenen Beziehungen zusammen feiern sollen, kann Festtagsstimmung aufkommen.

Bereit für Kompromisse sein

  • Wenn eine Patchwork Familie zusammen feiert, müssen viele verschiedene Bedürfnisse berücksichtigt werden. Um Konflikte gar nicht erst enstehen zu lassen, sollte man vorher ein offenes Gespräch darüber führen, wie sich jeder den Abend vorstellt. Ist dann noch jedes Familienmitglied bereit, Kompromisse zu schließen, steht einer entspannten, ungezwungenen Atmosphäre nichts mehr im Weg. 

Teenager mitbestimmen lassen

  • Wird in großer Runde gefeiert und sind einige Animositäten offensichtlich, kann eine Tischordnung sinnvoll sein, um Streitereien gar nicht erst aufkommen zu lassen. Jugendliche sollten ein Mitbestimmungsrecht bekommen. Meist haben Kinder in diesem Alter kein Interesse an Feiertagen und wie Weihnachten oder Ostern. Als Kompromiss empfiehlt es sich, Teenagern zu erlauben, sich nach dem festlichen Teil zurückzuziehen. 

Kurz nach der Scheidung

  • Feiertage, insbesondere Weihnachten, ist für Kinder, die gerade eine Scheidung durchgemacht haben, besonders schlimm.- Schließlich verbinden sie mit den Festtagen viele schöne Erinnerungen. Auch wenn Sie nun von Ihrem Partner getrennt sind, sollten Sie möglichst an Familientraditionen festhalten. Haben Sie zum Beispiel jedes Jahr den Baum gemeinsam geschmückt, sollten Sie auf keinen Fall darauf verzichten. 
  • Festtage sollten übrigens nie genutzt werden, um den neuen Partner vorzustellen, schließlich liegt bereits genug Krisenpotential in der Luft. Halten Sie die Feier möglichst dort ab, wo die Kinder wohnen. Versuchen Sie nicht durch möglichst viele Geschenke die Liebe des Kindes zu gewinnen, sprechen Sie sich am besten mit dem anderen Elternteil der Patchwork Familie ab, was man schenkt und stellen Sie ein Preislimit auf. 

Ein offenes Ohr haben

  • Reden Sie mit Ihrem Kind offen über den Ablauf der bevorstehenden Feiertage, hören Sie ihm gut zu. Denn oft haben Kinder Angst vernachlässigt zu werden, zum Beispiel wegen neuen Stiefgeschwistern oder der Geburt eines Babys mit dem neuen Partner. Erklären Sie dem Kind, dass es Vorteile haben kann, mehrere Eltern zu haben: So kann man Ostern, Geburtstag oder Weihnachten entweder zweimal feiern oder ist von noch mehr Menschen umgeben, die das Kind lieben.