Fernöstliche Therapien - Kulturelle Vielfalt

Fernöstliche Therapien werden auch in Europa immer beliebter. Die Wirkung von einigen der sehr alten Heilmethoden konnte mitlerweile wissenschaftlich belegt werden.


Der asiatische Raum kann auf eine kulturelle Geschichte und Völkervielfalt zurückblicken, die den Europäern manchmal exotisch und befremdlich erscheinen mag. Doch in dieser langen Geschichte ist allen asiatischen Kulturstämmen eines gemein, die tief verwurzelte ganzheitliche Heilkunde. Das bedeutet, dass es nicht nur die traditionelle chinesische Medizin gibt, sondern noch andere, genauso bewährte und verbreitete fernöstliche Therapien und Heilpraktiken.
 

Wurzeln der asiatischen Medizin
Die Ursprünge von fernöstlichen Therapien kann man auf drei Kulturen zurückführen, auf die der indischen, tibetischen und der chinesischen Heilkunde. Die ältesten überlieferten Schriften, die sich mit der ayurvedischen Heilslehre beschäftigen, stammen aus Indien und sind circa 3000 Jahre alt. Es wird jedoch vermutet, dass Ayurveda auf einem, mindestens 5000 Jahre zurückliegenden Ursprung basiert. Etwa zur gleichen Zeit entwickelte sich die tibetische Heilkunde, sie entspringt einer archaischen Glaubenskultur, der schamanischen Bön-Religion. Sie vereint durch den regen kulturellen Austausch zu dieser Zeit mehrere Lehren. Die wohl jüngste Form der hier vorgestellten Heiltherapien ist die der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), ihre Geschichte umfasst einen Zeitraum von circa 2000 Jahren.
 

Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin
Die Basis der fernöstlichen Medizin bildet das Verständnis der Natur im Zusammenhang mit dem Körper. Beide bilden eine Einheit, wie das berühmte Ying-Yang-Zeichen der TCM bildlich darstellt. Da beide gegensätzlich sind, bildet sich zwischen ihnen eine Spannung, das Qi, die beide Teile in Bewegung hält. Dieses Symbol beinhaltet den Grundsatz der TCM, denn nur das Gleichgewicht zwischen ihnen hält sie Schwung. Dieses Prinzip übertragen Anhänger dieser Philosophie auf das Leben, ihre Umwelt und sich selbst.
 

Ayurvedische Harmonie
Ganz anders verhält es sich beim Ayurveda, nicht die Gegensätzlichkeit, sondern der Einklang ist die bewegende Kraft, weshalb die Therapien darauf abzielen, den Körper durch Dinge, die ihm ähnlich sind zu harmonisieren. Dazu wird ermittelt, welches der drei ayurvedischen Doshas (Temperamente) vorherrschend ist und bringt diese ins Gleichgewicht. Ziel ist es, dass alle drei Doshas gleich stark sind.
 

Mischung der Kulturen
Die tibetische Medizin vereint Teile des Ayurveda und der TCM sowie der arabischen Unani-Schule. Im Mittelpunkt stehen hier die Mehrstoffgemische, sie sollen ein Gleichgewicht zwischen Wirkung und Nebenwirkung entstehen lassen. Das bedeutet, dass Dosierung und Wirkung des Medikaments den Körper animieren sollen selbst tätig zu werden. Die Wirkung kann bei Bewohnern der westlichen Hemisphäre mitunter ausbleiben oder gegenteilig ausfallen, da die Genkonstellation mit der von Bewohnern Asiens nicht übereinstimmt und der Stoffwechsel unterschiedlich funktioniert.
 

Fernöstliche Therapien: Westliche und östliche Medizin
Das Erstaunliche für westliche Mediziner ist, dass zum Beispiel die tibetischen und chinesischen Ärzte mehrere tausende Heilmittelzutaten kennen, die sie zu einem Medikament vermischen. Die westliche Medizin vertritt dahingegen die Meinung, dass ausschließlich ein Wirkstoff zur Therapie genutzt werden sollte, damit es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt. Trotzdem wird die Traditionelle Chinesische Medizin mittlerweile als Teilbereich an westlichen Universitätskliniken aufgenommen, da ihre Wirksamkeit, besonders im Bereich der Akupunktur, Akupressur und Moxibustion durchaus anerkannt ist.