In Zeiten wirtschaftlicher Krisenzeiten und Jobabbau muss sich jeder Arbeitgeber bewusst sein, dass er etwas tun muss, um seine Chancen im Gegensatz zu den Mitbewerbern erhöhen. Längst reicht eine Ausbildung oder ein Hochschulstudium für das berufliche Vorankommen nicht mehr aus. Immer mehr Jobber erwerben mit zusätzlichen Kursen, in der Abendschule oder bei einem Fernstudium Qualifikationen, die sie zur ersten Wahl für Unternehmen und Arbeitgeber machen.
Vorteile eines Fernstudiums
Gemäß dem Motto des lebenslangen Lernens können mit einem Fernstudium ein akademischer Grad oder Fremdsprachenkenntnisse erworben werden. Der Vorteil eines Fernstudiums liegt darin, dass orts- und zeitunabhängig gelernt werden kann. Somit ergibt sich auch die Möglichkeit, sich neben dem Beruf weiterzubilden.
Prozedere bei einem Fernstudium
Wie bei einer Präsenzuniversität gibt es auch bei der Fern-Variante Zulassungsvorausstzungen. Dazu gehört entweder die Hochschulreife oder ein bereits erfolgreich abgeschlossenes Studium, das mit Berufserfahrung gekoppelt ist. In Einzelfällen lassen sich diese Bestimmungen auch mit einer speziellen Zugangsprüfung umgehen.
Nachdem man sich für einen Anbieter entschieden hat und sich online für die entsprechenden Seminare oder Module angemeldet hat, bekommt man ein umfangreiches Paket mit den benötigten Materialien zugeschickt. Fachbücher müssen aber in der Regel selbst gekauft werden. Zunächst wird nach Vorgaben das neue Wissen erarbeitet, anschließend muss eine Einsendeaufgabe gelöst werden, die als Erfolgskontrolle dient. Die Ergebnisse solcher Aufgaben dienen meist als Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfungen des Kurses. Daneben können auf freiwilliger Basis Aufgaben gelöst werden. Doch auch bei einem Fernstudium kommt man um seine Anwesenheit nicht herum. Bei jedem Studiengang sind Präsenzseminare obligatorisch.
Vor- und Nachteile des E-Learnings
Die Aneignung neuen Wissens basiert bei einem Fernstudium hauptsächlich auf der Arbeit mit schriftlichen und audiovisuellen Medien. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das sogenannte E-Learning. Das elektronisch unterstützte Lernen kann beispielsweise die e-mail zum betreuenden Lehrer, der Virtual classroom oder virtuelle Lerngruppen sein. Wer aus seinem Beruf bereits Erfahrung mit dem Internet gemacht hat, wird mit dieser Form wenig Probleme haben. Wer jedoch an Bücher gewöhnt ist, muss sich erst umstellen. Zudem ist die Arbeit am PC auch anstrengender und erfordert eine höhere Konzentration. Da bei der Darstellung der Inhalte meist auch wenig auf didaktische Aspekte geachtet wird, muss man persönliche Erfahrung im Lernen mitbringen.
Zeitaufwand und Kosten
Die meisten Menschen unterschätzen den tatsächlichen Zeitaufwand, der für ein Fernstudium anfällt. Selbst für ein Teilzeitstudium, das berufsbegleitend durchgeführt wird, werden wöchentlich 19 Arbeitsstunden veranschlagt. Die freiwillige Mehr-Arbeit ist dabei noch nicht mal mitgerechnet. Wer zu den Wenigen gehören will, die ein Fernstudium erfolgreich abschließen, muss große innere Willensstärke mitbringen. Disziplin und der Wunsch, es schaffen zu wollen, sind ebenfalls wichtig. Nur die wenigsten schaffen es, Familie, Kinder, berufliche Verpflichtungen und Hobbys und das Fernstudium unter einen Hut zu bekommen.
Belegt man ein Fernstudium, bezahlt man meist entweder pro Semester oder für die aktuell belegten Kurse, eine Vorauszahlung für das gesamte Studium ist nicht üblich. Für ein zweijähriges Vollzeitstudium BWL-Studium werden bei einem privaten Anbieter insgesamt rund 14.000 Euro fällig, ein achtjähriges Bachelor-Teilzeitstudium der Psychologie bei der Fernuni Hagen kostet etwa 1800 Euro. Ein Kostenvergleich lohnt sich also, wie man sieht.