Fernuniversitäten - so arbeiten sie

Fernuniversitäten führen Studierende im Fernstudium zu staatlich anerkannten Abschlüssen.


Bei den Fernuniversitäten gibt es in Deutschland es nur eine einzige staatliche Einrichtung: die im westfälischen Hagen (seit 1975). Daneben bestehen eine Reihe privater Fernhochschulen. Einige staatliche Hochschulen haben überdies in den letzten Jahrzehnten Abteilungen für Fernunterricht eingerichtet. Die privaten Fernuniversitäten werden von der Zentralstelle für Fernunterricht in Köln und dem Bundesinstitut für Berufsbildungsforschung in Bonn überwacht.

Fernuniversitäten unterscheiden sich kaum im Lehrstoff von herkömmlichen Hochschulen. Früher versandten sie Studienbriefe. An deren Stelle ist heute meist das Internet getreten. Die Studierenden müssen den Lehrstoff anhand der Studienbriefe abarbeiten und den Studienfortschritt durch Klausuren und Hausarbeiten nachweisen. Diese Arbeiten wurden früher per Post eingesandt. Heute geschieht dies meist auch durch das Internet. Darüber hinaus besteht überall der Zwang zu Präsenzzeiten am Studienort mit Seminaren, Referaten und Prüfungen. Am Ende des Studiums an Fernuniversitäten stehen die üblichen Prüfungen.

Bologna-Prozess auch an den Fernuniversitäten
Auch die Fernuniversitäten haben sich dem Bologna-Prozess angeschlossen und ihre Studiengänge auf das Master- und Bachelor-Studium umgestellt. In Hagen wird fast der ganze Kanon der üblichen wissenschaftlichen Fächer angeboten. Auch die wissenschaftliche Weiterbildung ist möglich. Daneben gibt es universitäre Einrichtungen, die ein Fernstudium für Akademiker anbieten. Führend ist die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW). In Kaiserslautern gibt es postgraduale berufsbegleitende Fernstudiengänge. Dort besteht auch die Möglichkeit, dass bereits Schüler oder Auszubildende bis zu zwei Semester das gewünschte Fach im Fernstudium studieren können,

Viele private Fernuniversitäten
Neben diesen staatlichen Angeboten gibt es im deutschen Sprachraum zahlreiche private Fernunterrichtsangebote, die nicht immer universitären Rang haben. Vieles von dem, was in Programmzeitschriften oder im Fernsehen aufwändig beworben wird, ist dem Grunde nach Fernunterricht. Dort kann man allerlei Fertigkeiten lernen – von vielen Fremdsprachen bis hin zum Aktzeichnen. Vor allem viele (Möchtegern-) Maler haben hier die Grundlagen für ihre Kunst erworben. Dieser meist recht teure Fernunterricht wird staatlich überwacht, aber Auswüchse werden erst bekannt, wenn Beschwerden eingehen. Daneben gibt es private Fernuniversitäten, die durchaus akademische Ansprüche stellen und entsprechend den Hochschulgesetzen der Länder organisiert sind: mit Präsidenten, akademischem Senat und Dekanen. Eine solche Einrichtung besteht beispielsweise in Hamburg. Und dort werden natürlich auch akademische Grade, die staatlich anerkannt sind, vergeben. Die schönen Titel, die sonst von Fernunterrichtsschulen verliehen werden, genießen keinen staatlichen Schutz.