Fettabschneider - Begriffserklärung

Besonders für die Anwendung bei im Gastronomiegewerbe entstehendem Abwasser sind Fettabschneider absolut unverzichtbar.


Bei durch gewerbliche Tätigkeit entstandenem Abwasser sind die Verursacher verpflichtet, eine Vorreinigung vorzunehmen. Durch Fettabschneider werden unangenehme Gerüche oder Stoffe, die dem Entwässerungssystem Schaden zufügen könnten, entfernt. Der Richtwert für die maximale Stoffbelastung des Abwassers ist von vielen Faktoren abhängig. Betrachtet wird beispielsweise die Anzahl der Betriebsstunden sowie die Anzahl der täglich produzierten Essensportionen. Verstöße gegen die Richtwerte können heftige Sanktionen nach sich ziehen.

Aufbau und Struktur
Der prinzipielle Aufbau eines Fettabschneiders ist für die Anwendung des Schwerkraftprinzips optimiert. Die Struktur hat sich als simpel, aber robust erwiesen. Dabei stellen der eigentliche Fettsammler sowie der Schlammfang die wichtigsten Teile dar. Des Weiteren besitzen Fettabschneider meist eine Vorrichtung zum Entnehmen von Proben. Sind besonders geringe Grenzwerte für Fette und Öle gefordert, wird der Fettabschneider meist direkt mit einer Flotationsanlage kombiniert.

Einbaumöglichkeiten
Es ist möglich, eine unterirdische Montage vorzunehmen. Auf geruchsdichte Abdeckungen ist besonders zu achten. Maßgeblich bedeutsam ist außerdem, eine befestigte Position für Entsorgungsfahrzeuge bereitzustellen. Alternativ dazu ist der Einbau in Gebäuden möglich. Dies erweist sich aber als schwierig, da das Abwasser mit einem Gefälle von mindestens zwei Prozent zugeführt werden muss. Auch die Belüftung kann sich in Einzelfällen als deutlich schwieriger realisierbar erweisen. Es ist deshalb stark zu empfehlen, die unterirdische Einbauweise bei gegebenen Standortbedingungen vorzuziehen.

Funktionsweise
Fettabschneider machen sich insbesondere die chemischen Eigenschaften der verschiedenen Stoffe zunutze. Die deutlich gedrosselte Fließgeschwindigkeit des Abwassers innerhalb der Anlage ermöglicht das Absinken der Feststoffe. Diese bestehen überwiegend aus Essensresten. Im Schlammfang sammeln sich die abgesunkenen Stoffe. Wasser besitzt eine deutlich höhere Dichte als Fett und Öl. Dadurch sinkt das Wasser hinab. Dementsprechend bildet sich auf der Wasseroberfläche eine Ölschicht. Man spricht im chemischen Sinne hier von einer Phasenbildung. Diese Ölschicht kann anschließend abgetragen werden.

Grenzen des Prinzips
Besonders emulgierte Öle und Fette stellen ein Problem für Fettabschneider dar. Dabei ist keine konkrete Mischung des Öls beziehungsweise des Fettes mit Wasser vorhanden. Stattdessen befinden sich die Stoffe in Blasenform im Wasser. Darum passieren sie den auf dem Schwerkraftprinzip basierenden Fettabschneider. Zu empfehlen ist, eine sogenannte Flotationsanlage hinter dem Fettabschneider zu platzieren. Diese kann anhand der variierenden Oberflächenbenetzbarkeit der Partikel eine Trennung der Stoffe durchführen.