Fettblocker: Wirkstoffe und Risiken

Fettblocker gibt es bisher mit zwei verschiedenen Wirkstoffen, und die Risiken reichen von Vitaminmangel bis zu manchmal ernsten Körperschäden.


Fettblocker sind Substanzen, die die Aufnahme von Fett aus der Nahrung in den menschlichen Körper verhindern sollen. Sie werden stark übergewichtigen Patienten mit einem BMI (Bodymassindex) von 30 und mehr verschrieben, sind aber auch frei verkäuflich.

Die Wirkstoffe
Es gibt derzeit zwei verschiedene Wirkstoffe, Chitosan und Orlistat. Chitosan besteht aus der gemahlenen Schale von Meerestieren, die bei deren Verarbeitung als Abfall anfällt. Die theoretische Überlegung, dass sich daraus im Magen ein Gel bildet, das Fett an sich bindet, hat sich nur im Reagenzglas bestätigen lassen. Es sind zahlreiche Studien durchgeführt worden, darunter auch wissenschaftlich minderwertige, um einen derartigen Effekt auch beim Menschen nachzuweisen. Eine die Ergebnisse zusammenfassende Übersichtsstudie hat ergeben, dass die erreichte Gewichtsreduktion kaum signifikant ist, besonders, wenn man nur die Ergebnisse aus höherwertigen Studien betrachtet: Weniger als ein Kilogramm Gewichtsverlust in sechs Monaten.
Der Fettblocker Orlistat hemmt Enzyme, die das Fett aus der Nahrung in verdauliche Einzelteile zerlegen. Ein Drittel des Fetts wird tatsächlich messbar unverdaut ausgeschieden.
Ein neuer Wirkstoff ist der Extrakt des asiatischen Pilzes Phellinus Baumii, der bisher erst an Mäusen getestet wurde.

Die Risiken
Wird während der Einnahme der Fettblocker keine fettreduzierte Diät eingehalten, kommt es in der Regel zu Verdauungsbeschwerden und sogenannten Fettstühlen, plötzlichem Durchfall, bis hin zur Stuhlinkontinenz. Deshalb brechen einige Patienten die Einnahme ab.
Durch die geringere Fettaufnahme in den Körper können ihm auch lebenswichtige fettlösliche Substanzen wie die Vitamine A, E und D nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Gefährlich wird es bei fettlöslichen Arzneimitteln wie Herzmedikamenten oder Medikamenten, die die körperliche Abwehrreaktion beispielsweise nach Transplantationen unterdrücken. Sie werden zusammen mit dem Fett ausgeschieden. Die Dosierung der Anti-Babypille kann zu niedrig werden. Nierenkranke sind gefährdet, weil Fettblocker den Nierenstoffwechsel behindern können.
Im Laufe von zehn Jahren sind durch Orlistat in den USA 32 Fälle von ernsthaften Leberschäden aufgetreten. Auch Bauchspeicheldrüsenentzündungen können vorkommen.
Der Fettblocker Chitosan kann bei Menschen mit Schalentier- und Fischeiweißallergien allergische Reaktionen hervorrufen. In einzelnen Fällen haben Medikamente gegen Epilepsie zusammen mit Chitosan ihre Wirksamkeit verloren.