Förderung beim Einsatz erneuerbarer Energien

Nicht nur gezielte Umbauten am Haus werden staatlich gefördert, sondern auch der Einsatz erneuerbarer Energien.


Als Erneuerbare Energien werden diese Energien bezeichnet, die aus einer Quelle wie Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme, Biomasse und Sonnenenergie gewonnen werden. Sie können im Gegensatz zu anderen fossilen Energiequellen wie Braun- und Steinkohle, Erdöl oder Erdgas nicht ausgeschöpft werden und sind somit unendlich verfügbar beziehungsweise regenerativ. Sie nennen sich aus diesem Grund erneuerbare Energien.

Durch den Klimawandel, der sich schon seit einigen Jahren vollzieht, ist die Welt bedroht. Einige Staaten der Welt haben sich bereits international dazu verpflichtet, den CO2 Ausstoß zu minimieren. Darunter findet sich auch die Bundesregierung, die bis 2020 den Ausstoß um bis zu 40 Prozent senken will. Um diese Zielsetzung zu erreichen, sollen erneuerbare Energien einen bestimmten Anteil ausmachen. So sollen im Strombereich 30 Prozent von erneuerbaren Energien kommen, im Wärmesektor 14 Prozent. 12 bis 15 Prozent soll der Anteil bei Kraftstoffen ausmachen. Damit dieses wiederum in Kraft tritt, werden bestimmte Förderprogramme angeboten.

So tritt beispielsweise nicht nur für die Errichtung von Solaranlagen eine Förderung durch den Bund in Kraft, sondern auch ein sogenanntes Bonusprogramm. Wer nun Solarkollektoren und Biomassekessel besonders effizient einsetzt oder verschiedenste erneuerbare Energien miteinander kombiniert erhält zusätzlich eine Prämie.

Wer beispielsweise Strom durch Solarkollektoren erzeugt, kann diese auch an das Netz einspeisen, denn der Staat garantiert bei der Abnahme jede Kilowattstunde für 20 Jahre. Dies spart deutlich mehr Kosten als die erzeugte Energie für den eigenen Haushalt zu nutzen.

bei Kraftstoffen kann erheblich gespart werden. Tanken Landwirte reines Pflanzenöl, kann sich dieser die Mineralölsteuer erstatten lassen.

Photovoltaik (Solarstrom)

Ein wichtiger Bestandteil der Fördermaßnahmen von alternativen Energien ist der Bereich der Solarenergie.
Bauherren, die umweltfreundliche Energien für ihr Haus einsetzen wollen, haben die grundsätzliche Wahl zwischen der Erzeugung von Wärmeenergie (vergleiche 3.2 Thermische Solaranlagen) oder der Photovoltaik (PV). Durch Photovoltaik- Anlagen wird Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt, der entweder für den Eigenbedarf genutzt (man spricht in einem solchen Fall von Inselanlagen) oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

Finanziell ist derzeit die Einspeisung ins öffentliche Netz sinnvoller, da der Abnahmepreis für den selbst erzeugten Strom höher liegt als der normale Strompreis und somit ein – wenn auch bescheidener - Gewinn erzielt werden kann. Zudem machen die vielfältigen Fördermaßnahmen einen Einbau derzeit sehr lohnend.

Der Strom wird in PV- Anlagen direkt in den Solarmodulen erzeugt, die sich aus einzelnen Solarzellen zusammensetzen.
Besonders wichtig ist eine genaue Abstimmung der einzelnen Komponenten, um einen optimalen Ertrag zu erzielen.
Der Förderschwerpunkt liegt auf der Bundesebene und wird sowohl durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) als auch durch die KfW-Bank unterstützt.

Ergänzend dazu existieren derzeit vereinzelte Programme, die von den Stromversorgern angeboten werden. Auch in einigen Kommunen gibt es Förderprojekte, die Zuschüsse zu den Baukosten gewähren.

Thermische Solaranlagen

Generell können derzeit sämtliche Arten der Gewinnung thermischer Solarenergie gefördert werden. Im Gegensatz zu Photovoltaik- Anlagen (die Strom aus Sonnenlicht gewinnen), wird bei thermischen Anlagen durch die Kraft der Sonne Wärmeenergie gewonnen, um die Warmwasserversorgung oder die Heizung eines Gebäudes zu betreiben.
Prinzipielle Bauteile einer thermischen Solaranlage sind die Kollektoren, in denen das Wasser durch Sonneneinstrahlung aufgewärmt wird und der Wasserspeicher, ein stark gedämmter Behälter, der das erwärmte Wasser bis zum Gebrauch zurückhält. Die Förderung erstreckt sich sowohl auf Kurzzeitspeicher, die Wärmeenergie nur einige Tage zurückhalten, als auch auf Langzeitspeicher, die Wärmeenergie über mehrere Monate speichern können. Die Technik der Langzeitspeicherung ist derzeit jedoch noch in der Entwicklung und ist bisher allenfalls für größere Unternehmen interessant.

Gefördert werden alle Bestandteile der thermischen Wärmegewinnung, sowohl

  • Flachkollektoren, die sich vor allem durch eine besonders hohe Lebensdauer und einen vergleichsweise niedrigen Preis auszeichnen und deshalb hauptsächlich von Privatpersonen genutzt werden, als auch 
  • Vakuumröhrenkollektoren, die wegen der höheren Betriebstemperatur vor allem industriellen Bereich eingesetzt werden und 
  • Solarspeicher, die wegen der aufwendigen Dämmung recht teuer sind.

Anlagen, die nur zur Trinkwassererwärmung genutzt werden, sollten bei einem 4- Personen- Haushalt mit einem 300 Liter- Speicher und etwa 5 m² Kollektorfläche ausgestattet werden.

Wenn zusätzlich eine Heizungsfunktion gewünscht wird, sind Kombispeicher von 700 Litern und Kollektorflächen von mindestens 12 m² sinnvoll.

Der Schwerpunkt der Förderung liegt auf der Bundesebene, die Maßnahmen können aber durch Mittel von Ländern und Kommunen ergänzt werden.

Geothermie

Geothermische Anlagen nutzen die in der Erdkruste vorhandene Wärme, um Energie zu erzeugen.
Grundsätzlich kann dabei zwischen der Nutzung vorhandener Wärmeenergie, der Kraft-Wärme-Kopplung (vergleiche 2.6 Mini- Blockheizkraftwerke) und der Stromerzeugung unterschieden werden. Zusätzlich ist zwischen oberflächennaher- und Tiefengeothermie zu differenzieren.

Für private Haushalte ist aufgrund der Kosten und der Wirtschaftlichkeit in erster Linie die oberflächennahe Geothermie und die Gewinnung von Wärmeenergie interessant. Die Wärmegewinnung erfolgt dabei in den meisten Fällen durch

  • Erdwärmesonden: Vertikal ins Erdreich eingebrachte Leitungen (bis zu 100 Meter tief), welche die Wärme nach oben transportieren. Diese Form stellt wegen der Tiefe der Bohrung die kostenintensivere Lösung dar. 
  • Erdwärmekollektoren: Horizontal verlaufende Leitungen, die in geringer Tiefe (ein bis anderthalb Meter) großflächig mäanderförmig verlegt werden. Dabei entstehen relativ niedrige Kosten, es muss jedoch eine große Grundfläche vorhanden sein. Eine platzsparende Variante sind Erdwärmekörbe. 
  • Grundwasser- Wärmepumpen. Diese Form der Energiegewinnung ist abhängig von der Grundwassernähe des Gebäudestandortes.

Das auf diese Weise vorgewärmte Wasser muss in einem zweiten Schritt auf die benötigte Temperatur erwärmt werden. Dazu werden ähnlich wie bei Niedrigenergiehäusern Wärmepumpen eingesetzt.
Geothermische Anlagen werden im Rahmen des Erneuerbare- Energien- Gesetzes (EEG) in erster Linie durch den Bund und die Länder gefördert.

Es gibt zur Zeit nur vereinzelt kommunale Förderprojekte, die geothermische Anlagen bezuschussen.

Einspeisevergütung

Nicht nur beim Bau von Energieanlagen können Förderungen in Anspruch genommen werden. Zusätzlich zu den normalen Förderungsmöglichkeiten für Baumaßnahmen wird Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen und ins öffentliche Netz eingespeist wird, bezuschusst.

Durch die staatliche garantierte Einspeisevergütung können laufende Einnahmen erzielt werden, die den Unterhalt und die Errichtung einer solchen Anlage zu einer attraktiven Geldanlage machen.

Jede Privatperson, die durch erneuerbare Energie erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeist, hat ein Anrecht auf eine Vergütung. Die Betreiber der Stromnetze sind dazu durch das Erneuerbare- Energien- Gesetz (EEG) verpflichtet. Darin ist ebenfalls festgelegt, dass der Preis, der für den eingespeisten Strom gezahlt wird, über dem Strompreis liegen muss, den der Betreiber zahlt. Dieser Preis ist über mehrere Jahre festgeschrieben. Außerdem muss der gesamte erzeugte Strom abgenommen werden.

Aus Solar-, Wind- oder Wasserkraft, aus biothermischen Anlagen oder der Geothermie erzeugter Strom sollte darum nicht zum Eingenbedarf genutzt, sondern ins öffentliche Netz eingespeist werden, um dem Besitzer der Anlage langfristig einen finanziellen Gewinn zu bringen.

Biomasse

Unter dem Begriff Biomasse werden im Bereich der erneuerbaren Energien alle Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs zusammengefasst, die zur Energiegewinnung herangezogen werden. Dabei kann es sich nachwachsende Rohstoffe (Raps, Getreide) oder um Abfälle aus anderen Produktionszweigen (vor allem der Land- und Forstwirtschaft) handeln.

Bei der Energiegewinnung durch Biomasse wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie in den Stoffen gespeichert ist (geschlossener CO2 Kreislauf).

Private Energieanlagen werden in den meisten Fällen durch

  • Biogas (aus Gülle, Biomüll), 
  • die Verbrennung von Holzpellets oder 
  • einen Hackschnitzel- oder Scheitholzvergaserkessel

betrieben.

Alternativ können Bauernhöfe zu lokalen Nahwärme- Versorgungszentren ausgebaut werden, welche die umliegenden Wohnhäuser mit Energie versorgen. Die Biomasse wird in einem solchen Fall also dort verwertet, wo sie entsteht. In den nächsten Jahren soll die Verwendung von Biomasse zur Energieerzeugung noch stärker vorangetrieben werden.

Für diese Art der Energiegewinnung können ebenfalls Förderungen beantragt werden. Zudem ist eine Vergütung im Sinne des Erneuerbare- Energien- Gesetz (EEG) möglich, wenn Strom erzeugt wird, der ins öffentliche Netz eingespeist wird (vergleiche 2.4 Einspeisevergütung für Strom).

Zusätzlich zu den Maßnahmen von Bund und Ländern (vergleiche Bafa, KfW-Bank) gibt es auch eine Reihe von kommunalen Zuschüssen, die auf solche Anlagen gewährt werden.

Kraft Wärme Kopplung

Bei Mini- Blockheizkraftwerken (BHKW) handelt es sich um kleinere, kompakte Ausführungen von Kraft- Wärme- Kopplungsanlagen (KWK).

Kraft- Wärme- Kopplung bedeutet, dass Wärme und elektrische Energie gleichzeitig von nur einer Anlage (Heizkraftwerk) erzeugt werden. Der Strom wird aus mechanischer Energie gewonnen, die Wärmeenergie wird zum Beispiel durch den Einsatz von Wärmetauschern optimal ausgeschöpft. Die erzeugte Wärme wird genutzt, indem sie in die Fern- oder Nahwärmeverteilung eingespeist wird.

Zwar werden diese Kraftwerke noch immer vorwiegend mit fossilen Brennstoffen wie Gas und Kohle betrieben, durch den sehr hohen Nutzungsgrad von fast 90 % sind sie dennoch deutlich klimafreundlicher als herkömmliche Kraftwerke. Aus diesem Grund steht das Kraft- Wärme- Konzept im Mittelpunkt der aktuellen deutschen Energiepolitik und wird stetig weiter ausgebaut.

Mini- Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem selben Prinzip.
Neben Erdgas kommen hier jedoch auch Biogas, Biodiesel oder herkömmliches Heizöl als Brennstoff zum Einsatz. Die anfallende Wärmeenergie wird zur Erwärmung des Brauchwassers genutzt, der Strom kann im häuslichen Bereich eingesetzt oder in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Mini- BHKW werden in erster Linie für Mehrfamilienhäuser, die Nahwärmeversorgung oder öffentliche Gebäude eingesetzt. Für Einfamilienhäuser ist der Einsatz besonders im Sommer derzeit nicht rentabel, da die erzeugte Energie nicht vollständig abgenommen werden kann.