Förderung von energiebewusstem Bauen

Wer ein Eigenheim baut und auf Lösungen zur Einsparung von Energie setzt, kann staatliche Fördermittel erhalten.


Wer sich entscheidet, umweltbewusst zu bauen, wird gleich dreifach belohnt. Zum einen tut er so etwas für die Umwelt und spart dadurch auch noch bares Geld. Zum anderen wird energiebewusstes Bauen vom Staat oder der Kommune gefördert.

Das KfW-Programm „Ökologisch Bauen“ fördert beispielsweise Neubauten, wenn man sich als Bauherr für ein Passivhaus oder ein Energiesparhaus entscheidet, das bestimmten Anforderungen der KfW entspricht. Auch wer nur eine neue Heizung einbaut, die auf Basis erneuerbarer Energien funktioniert, erhält eine staatliche Förderung durch die KfW-Bank.

Die Wärmedämmung, beispielsweise des Dachs und der Außenwände des Hauses, wird ebenso staatlich gefördert. Hier sorgt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für günstige Kredite und staatliche Förderungen. Wer sich für moderne und effiziente Brennwerttechnik entscheidet, erhält ebenfalls staatliche Unterstützung. Auch der Einsatz von Wärmerückgewinnungsanlagen wird mit einer staatlichen Finanzspritze belohnt. Hier wird die Wärme der entwichenen Abluft für die Zuluft optimal genutzt. Gerade Passivhäuser verwenden solche Wärmerückgewinnungsanlagen.
Die ökologisch sinnvolle Nutzung von Regenwasser wird ebenfalls teilweise finanziell gefördert.
So unterstützen Kommunen beispielsweise eine Regenwasser-Entsiegelung finanziell, um städtische Abwassernetze zu entlasten. Auch der Einbau einer Regenwasser-Nutzungs-Anlage wird von vielen Kommunen finanziell gefördert. Diese verwandelt das Regenwasser in Trinkwasser und spart somit Grundwasservorräte ein.

Wer sich für ein Erdhügelhaus entscheidet, profitiert von der natürlichen Wärmedämmung durch die Erde. Statt Öl und Gas verwendet man zum Heizen nämlich nur eine Wärmepumpe mit Wärmerückgewinnung. Auch eine Dachbegrünung bringt viele Vorteile. So gleicht sie zum einen Temperaturschwankungen aus, dämmt das Dach zusätzlich und erhöht die Luftqualität. Eine Dachbegrünung kann finanziell gefördert werden, abhängig ist dies jedoch vom Grünanteil der Umgebung.

Wärmedemmung

Einer der wichtigsten Aspekte der Energieeinsparung durch bauliche Maßnahmen ist die Wärmedämmung. Denn bei den Kosten, die der Unterhalt eines Gebäudes jährlich verursacht, stehen die Heizkosten an erster Stelle – bei einem Großteil der Wohnhäuser werden bis zu drei Viertel der jährlich anfallenden Beträge von der Heizung verschlungen. Deshalb ist das wirksamste Mittel zur Kosteneinsparung eine effiziente Wärmedämmung. Ziel ist eine lückenlose, luftdichte Versiegelung und die vollständige Wärmeisolation der Wohnräume mit geeigneten Dämmmaterialien.
Es gibt eine Vielzahl von möglichen Verfahren der Innen- und Außendämmung, wie zum Beispiel:

  • die Verwendung von speziellen Fenstern und Türen,
  • das Anbringen von Isolationsmaterialien im Dach, an der Kellerdecke und an den Außenwänden. Gegebenenfalls muss auch der Heizungsraum gedämmt werden.
  • die Isolation von Warmwasserleitungen, 
  • der Einsatz von Wärmedämmputz. Diese Technik kommt besonders häufig zur Anwendung bei der Sanierung von denkmalgeschützten Häusern oder bei Gebäuden, bei denen nur wenig Innenraum zu Verfügung steht. Durch die relativ dünne Schicht Wärmedämmputz kann auf eine Innendämmung verzichtet werden.

Ebenso vielfältig sind die möglichen Fördermaßnahmen, die Bundes-, Landes- und kommunale Mittel umfassen (vergleiche Bafa und KfW-Bank). Aufgrund der zentralen Bedeutung einer erfolgreichen Wärmedämmung für den Energieverbrauch (immerhin wird ein Drittel der in Deutschland verbrauchten Energie für das Heizen genutzt), stehen Dämmmaßnahmen im Mittelpunkt der Förderungspolitik der Bundesregierung.

Lüftungsanlagen

Je besser die Wärmedämmung eines Hauses ist, umso bedeutender ist die Rolle des Austauschs von Frisch- und Abluft. Speziell Niedrigenergie- und Passivhäuser sind so umfassend gedämmt und versiegelt, dass ohne spezielle Lüftungssysteme praktisch keine Luft mehr nach außen abgegeben wird. Darin liegt auch die hohe Effektivität solcher Gebäudetypen.

Bei luftdicht versiegelten Wohnräumen kann eine ungenügende Lüftung jedoch zu einem unangenehmen Raumklima, erhöhter Luftfeuchtigkeit und sogar zu Schimmelbildung führen. 

Besonders Wasserdampf, der im Bad oder der Küche entsteht, muss abgeleitet werden, um Schäden für die Gesundheit zu vermeiden. Mit Hilfe von Lüftungsanlagen ist es möglich, den Luftaustausch in Wohnräumen - und somit auch den Wärmeaustausch - genau zu regulieren.

Bei Niedrigenergie- und Passivhäusern liegt der Förderungsschwerpunkt auf Bundes- und Landesebene (vergleiche Bafa und KfW-Bank). Es existiert aber auch eine Reihe von kommunalen Projekten, die Zuschüsse zu Baumaßnahmen gewähren.

Wärmerückgewinnung

Ein grundlegender Bestandteil des Konzepts der Energieeinsparung im Hausbau ist es, eingespeiste Energie so lange wie möglich zu erhalten. Hand in Hand mit Lüftungssystemen werden deshalb Anlagen für die Wärmerückgewinnung eingesetzt.

Ziel der Wärmerückgewinnung ist es, bereits verbrauchte Energie zum Teil wieder nutzbar zu machen. Auch diese Technik kommt in erster Linie bei Niedrigenergie- und Passivhäusern zum Einsatz. Dabei wird die bereits erwärmte Abluft dazu genutzt, die einströmende Frischluft aufzuwärmen, um den Energieverbrauch so niedrig wie möglich zu halten.

Ähnliche Techniken existieren auch für das Abwasser (zum Beispiel aus Dusche oder Badewanne), das genutzt werden kann, um Brauchwasser vorzuwärmen. Gerade auf diesem Gebiet sind in den nächsten Jahren noch einige Innovationen zu erwarten, welche die Wärmerückgewinnung noch effizienter machen werden.

Die Fördermöglichkeiten reichen auch hier von der Bundes- (vergleiche Bafa und KfW- Bank) bis zur kommunalen Ebene. Allerdings ist in vielen Fällen eine Kumulation der Leistungen von kommunaler Seite aus nicht möglich.

Brennwertkessel

Die wahrscheinlich lohnendste Investition in energiesparende Modernisierungsmaßnahmen ist die Erneuerung des Heizungssystems und besonders des Heizkessels. Veraltete Heizkessel sind eine Kostenfalle. Sie schädigen die Umwelt zum einen durch eine unvollständige Verbrennung und zum anderen durch eine vergleichsweise ineffiziente Wärmeausbeute. Dementsprechend kann ein Austausch schon nach wenigen Jahren die Investitionskosten ausgleichen.
Bei einer Modernisierung sollte idealerweise auf einen Brennwertkessel gesetzt werden, weil neben der Energieersparnis auch die umfassende Förderung durch offizielle Stellen sehr interessant für Hausbesitzer ist.

Im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsanlagen nutzen Brennwertkessel die entstehende Energie deutlich besser als herkömmliche Anlagen, weil – nach dem Prinzip der Wärmerückgewinnung - auch die Wärmeenergie der Abgase zum Heizen genutzt wird. Derzeit existieren Systeme für den Heizöl- und den Erdgasbetrieb, für beide Varianten können Fördermittel beantragt werden.

Dementsprechend gibt es eine Vielzahl von Programmen auf Bundes-, Landes- und auch auf kommunaler Ebene, die den Umstieg auf Brennwertkessel fördern. Meistens werden Zuschüsse jedoch mit der Voraussetzung verknüpft, das die komplette Heizungsanlage modernisiert wird, was natürlich mit sehr viel höheren Kosten verbunden ist.

Heizungsmodernisierung

Heizungsmodernisierungen sind ein wichtiger Baustein der Verbesserung der Energieeffizienz. Sie werden in erster Linie vom Bund und den Ländern gefördert (vergleiche Bafa und KfW-Bank). In Form von Zuschüssen sind aber auch kommunale Maßnahmen möglich.

Als Wärmequelle stehen erneuerbare Energieformen im Zentrum der Förderprogramme, aber auch der Umstieg auf Erdgas (zum Beispiel in Verbindung mit Brennwertkesseln oder einer verbesserten Wärmedämmung), Fern- oder Nahwärme kann unterstützt werden.

Die Planung einer Erneuerung der Heizungsanlage ist in jedem Fall ein umfangreiches und kostenintensives Projekt. Und das gilt besonders dann, wenn auch die Heizungsrohre gedämmt werden müssen.
Auch hier ist in jedem Fall der erste Schritt die Feststellung des Ist- Zustandes. Es sollte geklärt werden,

  • welche Art des Heizkessels vorliegt, 
  • ob durch eine Verbesserung der Wärmedämmung des Hauses ein kleinere Heizungsanlage in Frage kommt,
  • wie die Isolation des Heizungsraums und der Rohre beschaffen ist, 
  • welche Komponenten ausgetauscht werden müssen (Kessel, Kamin)
  • ob eine Lüftungsanlage sinnvoll ist.

Nach diesen Erkenntnissen richten sich die Folgekosten und die Fördermöglichkeiten. Bei solch umfangreichen Maßnahmen ist es sinnvoll, eine Energieberatung durchzuführen, die ebenfalls zum Teil gefördert werden kann (vergleiche 4.2 Gebäude- Energieberatung).

Regenwasser Nutzung

Um den Verbrauch von Trinkwasser und das Grundwasser zu schonen, ist es sinnvoll, manche Aufgaben im Haushalt mit Regenwasser anstelle von Trinkwasser zu erledigen (zum Beispiel die Toilettenspülung oder die Gartenbewässerung). Auf diese Weise können die laufenden Kosten für Brauchwasser verringert werden. Da jedoch weiterhin Abwassergebühren gezahlt werden müssen, ist ein wirtschaftlicher Betrieb in den seltensten Fällen zu erreichen. Den relativ geringen Ersparnissen durch den niedrigeren Wasserverbrauch steht ein hoher baulicher Aufwand (besonders, wenn ein eigenes, vom Brauchwasser getrenntes Leitungssystem installiert werden muss) und hohe Investitionskosten (die zum Beispiel durch den nötigen Wasserspeicher verursacht werden) gegenüber.

Vermutlich ist die mangelnde Wirtschaftlichkeit auch der Grund, warum derzeit Privatpersonen lediglich auf kommunaler Ebene eine Förderung in Form eines Zuschusses zu den Baukosten beantragen können.

Es ist jedoch zu erwarten, dass die Regenwassernutzung – wie das Wassermanagement im allgemeinen - in Zukunft mit steigenden Wasserpreisen eine größere Bedeutung erlangen wird.

Regenwasser Entsiegelung

Die Regenwasser- Entsiegelung ist eine Maßnahme, die einerseits zur Sicherung des Grundwasserbedarfs dient. Zum anderen sind Sickerflächen aber auch ein wirksames Mittel der Hochwasserprävention.

Flächen, auf denen durch Baumaßnahmen Regenwasser nicht mehr versickern kann, sondern in die Kanalisation geleitet wird, werden so umstrukturiert (durch die Entfernung von Bodenbelägen und Begrünung), dass das Wasser ungehindert in den Boden eindringen kann und somit dem natürlichen Wasserkreislauf erhalten bleibt. Ein weiterer Effekt besteht darin, dass sich auf diese Weise die Wassermenge, die bei Regenfällen in die Kanalisation abgegeben wird, im Gesamtvolumen verringert und zudem zeitverzögert abgegeben wird. Dadurch können Belastungsspitzen abgebaut werden.

Um die Effektivität zu steigern, können neben den genannten landschaftsarchitektonischen Maßnahmen auch zusätzlich Rückhaltebecken (Sickerbehälter) eingesetzt werden, die das Regenwasser auffangen und es nur langsam an das umgebende Erdreich abgeben.

Auch die Dachbegrünung ist ein Teil des Konzeptes der Regenwasser- Entsiegelung.
Derzeit werden diese Programme für Privatpersonen nur auf kommunaler Ebene durch Zuschüsse zu den Baumaßnahmen gefördert.

Dachbegrünungen

Dachbegrünungen sehen nicht nur schön aus, sie haben auch eine Reihe von handfesten Vorteilen gegenüber herkömmlichen Dächern. Ein bedeutender Nutzen liegt in der effektiven Wärmedämmung. Die Kombination aus Substrat und Bepflanzung sorgt zu jeder Jahreszeit für eine ausgeglichene Raumtemperatur innerhalb der Gebäude.
Zudem wirkt die Begrünung wie ein Schutzschild, der die Lebensdauer des Daches erhöht. Spezialfolien verhindern eine Beschädigung des Daches durch Wurzeln.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Regenwasser zurückgehalten wird und entweder verdunstet oder zeitverzögert in die Kanalisation abgegeben wird.

In vielen Kommunen haben Hausbesitzer, die eine Dachbegrünung vorgenommen haben, außerdem die Möglichkeit, ihre Abwasserkosten herabsetzen zu lassen.

Der Nachteil solcher Maßnahmen liegt in der damit verbundenen Mehrarbeit (Pflege der Pflanzen) und den recht hohen Investitionskosten.

Dachbegrünungen werden derzeit nur auf kommunaler Ebene gefördert. In der Regel handelt es sich dabei um Zuschüsse zu Baumaßnahmen. Zudem ist es möglich, die Niederschlagswassergebühren reduzieren zu lassen und somit die jährlichen Kosten zu senken.