Folgenahrung ist mit den Bezeichnungen zwei und drei erhältlich. Zusätzlich sind sie in pre- oder probiotischer Form erhältlich. Für Anfangsnahrungen existieren genaue Standards – Empfehlungen der europäischen Ernährungskommission ESPGHAN – diese sind in einer EG-Richtlinie genauestens festgelegt. Für Folgemilchen gibt es keine solchen Vorgaben.
Folgemilch wirklich nötig?
Folgemilch ist bei Ärzten und Ernährungswissenschaftlern nicht ganz unumstritten. Laut den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund ist eine Umstellung von Anfangsmilch auf Folgemilch aus ernährungsphysiologischen Gründen nicht notwendig. Da sich die Muttermilch über mehrere Stillmonate in ihrer Zusammensetzung nicht verändert, ist auch eine Anpassung der Ersatznahrung nicht nötig, so die Experten. Zudem bergen Folgemilchen die Gefahr einer Überfütterung, da sie in ihrer Zusammenstellung erheblich von der Muttermilch abweichen. Da sie mehr Eiweiße und Kohlenhydrate als die Anfangsnahrungen enthalten, sind sie zum einen kalorienreicher und verweilen länger im Magen. Die Hersteller setzen häufig Stärke hinzu, sodass zwischen den einzelnen Mahlzeiten eine größere Zufriedenheit der Kinder erreicht wird. Hier liegt auch der Hauptvorteil der Folgenahrung; so enthält eine Portion von 100 Millilitern zwischen 74 und 80 Kalorien.
Neben der Stärke enthält Folgemilch häufig auch zusätzliche Kohlenhydrate beispielsweise Maltodextrin oder Saccharose (Haushaltszucker). Diese Zusätze könnten langfristig dazu führen, dass sich das Kind an Süßes gewöhnt und auch später süß schmeckende Lebensmittel bevorzugt.
Experten sagen, dass Kinder während des gesamten ersten Lebensjahres von Pre- oder 1-er Milchen ernährt werden können. Wenn Sie aber dennoch auf eine Folgemilch umstellen möchten, sollte dies frühestens ab dem fünften Monat erfolgen. Wie bereits die Anfangsnahrungen müssen auch diese Ersatzprodukte genau nach der Anleitung und den Packungsangaben zubereitet werden. Eine Verdünnung ist – wie auch bei den Anfangsnahrungen – üblich.