Formen der Laktoseintoleranz mittels Laktoseintoleranztest bestimmen

Die Unverträglichkeit des Milchzuckers aufgrund von Laktasemangel hat unterschiedliche Formen und Ursachen, welche mittels Laktoseintoleranztest ermittelt werden können.


Die Fähigkeit, das Spaltungsenzym Laktase auch im Erwachsenenalter zu bilden, zählt menschheitsgeschichtlich zu einer relativ jungen Entwicklung. Vermutlich trat diese Erscheinung etwa zwischen 4600 und 2800 v. Ch. Erstmals als eine Genmutation auf. Man geht davon aus, dass sich diese Genmutation gemeinsam mit der Domestizierung von Haus- und Herdentieren entwickelte, also zu dem Zeitpunkt, als manche Völker verstärkt begannen Milch zu konsumieren. Diese Mutation war schließlich notwendig, da vorher Milch und Milchprodukte nicht verdaut werden konnten. Völker ohne traditionelle Nutztierhaltung und Milchkonsum blieben von dieser Genmutation weitgehend unberührt. Diese Veränderungen des Erbguts entwickelten sich unabhängig von einander und in Varianten in unterschiedlichen Teilen der Welt, wo sie sich manchmal, wie in Afrika, kaum in der weiteren Bevölkerung verbreiteten oder wie in Europa, wo diese Mutation beinahe die Regel geworden ist. Bis jetzt unterscheidet man auch drei Formen der Laktasebildungsfähigkeit beziehungsweise des Mangels, die mit einem Laktoseintoleranztest festgestellt werden können.

Der primäre Laktasemangel
Diese Form des Laktasemangels ist die am häufigsten auftretende Form und eigentlich keine Erkrankung, sondern ein natürlicher körperlicher Vorgang. Es kommt zu einer genetisch bedingten und nicht umkehrbaren stetigen Abnahme der Laktasebildung im Laufe des Lebens, bis zum vollständigen Verlust dieser Fähigkeit. Es treten unterschiedliche Anzeichen einer Laktose-Unverträglichkeit auf, zu denen unter anderem Durchfall, Magenkrämpfe und Verstopfung gehören. Menschen mit diesem Laktasemangel werden auch „Alaktasier“ genannt und machen etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung aus. In Europa stellen sie jedoch eine Minderheit dar. Es ist auch ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu beobachten, was die Verbreitung des primären Laktasemangels in Europa angeht. So zählen in Schweden nur etwa drei Prozent der Bevölkerung zu den Alaktasiern, in Deutschland 15 Prozent, in Polen 25 Prozent, in Norditalien 30 und Süditalien schon ganze 60 Prozent der Menschen.

Der sekundäre Laktasemangel
Dieser Laktasemangel entsteht aufgrund einer anderen Erkrankung und kann wiederum umgekehrt werden, wenn die zugrunde liegende Krankheit geheilt wird. So können diverse Erkrankungen des Dünndarms, wie Enteritis, Colitis und Zöliakie beziehungsweise Sprue oder Unterernährung zu einer verminderten oder ganz eingestellten Laktasebildung führen.

Kongenitaler Laktasemangel
Die seltenste Form ist der kongenitale Laktase-Mangel. Hierbei handelt es sich um eine angeborene Unfähigkeit, das Spaltungsenzym Laktase zu bilden und das bereits im Säuglingsalter, wo die Laktasebildung lebensnotwendig ist, um die Muttermilch verdauen zu können. Wenn diese Erkrankung nicht erkannt wird, führt es zu schweren Hirnschäden und oder auch zum Tod des Säuglings, deswegen sollte bei Verdacht unbedingt ein Laktoseintoleranztest durchgeführt werden. Die ersten Anzeichen sind schwerer Durchfall nach dem Stillen, Unterernährung und Austrocknung.