Frakturschrift: Schriftzeichen mit historischer Bedeutung

Alte Schriften bringt man hierzulande unweigerlich mit der Frakturschrift in Verbindung. Das ist nicht weiter wunderlich denn prägten sie das Schriftbild in Deutschland bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts.


Der Name dieser Schrift rührt vom gotischen Prinzip der Brechung her. Ihr Vorgänger war die von der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts an verwendete Schwabacher, die den Übergang von den Schrifttypen der Gotik zu jenen der Gotik bildet. Charakteristisch an der Frakturschrift sind die sogenannten "Elefantenrüssel", Verzierungen an den Großbuchstaben, die von Schreibern in böhmischen Kanzleien entwickelt wurden. Außerdem werden die Kleinbuchstaben im Vergleich zur Schwabacher höher und enger gesetzt, und typisch sind auch die oben gespaltenen Schäfte beim b,h,k und l.

Entstehung und Verbreitung
Die Wurzeln der Frakturschrift finden sich bei Maximilian I., dem sogenannten "letzten Ritter" und Kaiser des Römischen Reiches. Für seine Bibliothek ließ er sich die Bücher nicht von Hand schreiben, sondern drucken, und seine Hofbuchdruckerei Schönsperger druckte 1513 sein Gebetbuch und 1517 den Abenteuerroman "Theuerdank". Für diese Bücher wurden spezielle Drucktypen entwickelt, die Frühformen der Frakturschrift sind. Im frühen 16. Jahrhundert wurden ähnliche Buchstaben vom berühmten Schreibmeister Johann Neudörffer gegossen, und in ebendieser Schrift druckte man 1525 Dürers theoretische Schriften. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte diese Schrift die Schwabacher überholt, und es wurden immer wieder neue Versionen der Schriftart entworfen.

Die Geschichte der Frakturschrift in der jüngeren Vergangenheit
Zwar kämpften einige Gegner der Schriftart für die klarere Antiqua, die in Italien bereits verwendet wurde. Sie hatten jedoch lange keine Chance. Friedrich Ungerer, ein Berliner Drucker und Verleger entwarf neue Versionen der Frakturschrift, in denen der Großteil der deutschen Literatur vor dem Zweiten Weltkrieg gedruckt wurde. Die Nationalsozialisten verboten die Antiqua und legten Fraktur- und gotische Schriften als Standarts fest. 1941 wurde jedoch plötzlich die Schwabacher als "Judenschrift" deklariert und daraufhin verboten und Antiqua Normschrift wurde. Aber auch nach dem Krieg wurde die Schrift teilweise weiter verwendet. Herman Hesse beispielsweise beharrte darauf, dass seine Bücher in dieser Schriftart gedruckt wurden, bis er 1958 seinem Verleger nachgab; dieser merkte, dass diese altmodische Schrift vielen der jungen Leser Probleme bereitete, und plädierte so für einen Druck in Antiqua.