Franz Degenhardt - ein Porträt

Franz Degenhardt – eine vielseitige Persönlichkeit zwischen Liedermachen, Schriftstellertum und Rechtswissenschaften.


Die Wege eines vielseitig talentierten Menschen führen unweigerlich in verschiedenen Richtungen. So auch im Fall von Franz Degenhardt, einer bekannten deutschen Persönlichkeit, deren bewegte Biografie staunen lässt. Geboren in Schwelm am 31.12.1931, legte er im Alter von 25 Jahren sein erstes juristisches Staatsexamen und knapp vier Jahre später das zweite juristische Staatsexamen ab. Anschließend begann er seine Tätigkeit beim Institut für europäisches Recht. Während der APO-Prozesse vertrat er als Verteidiger die Interessen von Sozialdemokraten und Kommunisten. 1961 wurde er Mitglied der SPD, sein Aufruf zur Wahl der DKP in Schleswig-Holstein führte jedoch 1971 zum Ausschluss aus der Partei.

Der Liedermacher Franz Degenhardt
Seine Karriere als Liedermacher begann im Jahre 1963 mit den ersten 63 Lieder der Sammlung „Zwischen Null Uhr Null und Mitternacht“, von Degenhardt auch Bänkel-Songs genannt. Aus der Leidenschaft, Lieder zu schreiben und zu singen, die bis heute andauert, sind unzählige musikalische Werke entstanden. Besonders in der 68er-Bewegung war er als Liedermacher sehr präsent, häufig bei Pressefesten der DKP oder Konzerten der Friedensbewegung. In vielen seiner Lieder sang er über brisante Themen wie zum Beispiel der Vietnamkrieg oder der Zweite Weltkrieg. Aus dieser Zeit stammt unter anderem das berühmte Lied „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“. Die Lieder von Franz Degenhardt erzählen von Geschichten aus dem Leben. Sie bestehen aus Strophen in Versform und einfachen Melodien, die, Chansons ähnlich, leicht ins Ohr gehen. Als Liedermacher wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Der Schriftsteller Franz Degenhardt
Auch als Autor ist die Stimme Franz Degenhardts zu hören. Sein erster Roman mit dem Titel „Die Zündschnüre“ erschienen im Jahre 1973, erzählt vom Alltag von Jugendlichen, die während des Zweiten Weltkrieges beim Widerstandskampf gegen die Faschisten mitwirken. Der Roman wurde bislang in drei Sprachen übersetzt und auch verfilmt. In seinem zweiten Buch „Brandstellen“ versucht die Bürgerinitiative einer kleinen Stadt die Zerstörung eines Naturgebietes, das dem Bau eines NATO-Übungsplatzes geopfert werden soll, zu verhindern. Das Buch beschreibt die kritische politische Situation Ende der 60er Jahre und schildert insbesondere die Maßnahmen zum Schutz der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung, 1974 ein politisch brisantes Thema. Bis 1998 sind acht weitere Bücher von Franz Degenhardt erschienen.