Franziskanerkloster: Bedeutung in der Gesellschaft

Das Franziskanerkloster besitzt eine lange Geschichte, welche die Kultur damals und heute nachhaltig beeinflusst und prägt.


Der Franziskanische Orden hat für ganz Europa eine besondere kulturhistorische Bedeutung. Fast überall auf dem Kontinent kann man das ein oder andere Franziskanerkloster finden. Seinen Ursprung hat die Ordensgemeinschaft in Assisi, wo nach heutigem Wissen der Heilige Franziskus zwischen 1181 und 1226 gelebt hat. Er gilt als Gründer vom Franziskanerkloster und als das erste Oberhaupt des Ordens. Die Franziskaner zählen zu den vier großen Bettelorden des Mittelalters und stützen sich auf strikte Enthaltsamkeit von weltlichen Gelüsten. Die Basilika von Assisi hat sich in Folge des Wirkens und Lebens von Franziskus zu einem Pilgerort für den Orden entwickelt.

Geschichte des Franziskanerordens nach dem Tod des Gründers
Nach dem Tod von Franz zu Assisi blieb der Orden seinem Armutszeugnis treu. Er entwickelte sich zu einem der größten Religionsverbände innerhalb der römisch-katholischen Kirche und beteiligte sich auch zu erheblichen Teilen an der Inquisition in Italien und Frankreich. So gesehen kann der Franziskanerorden als eine sehr konservative, kirchetreue Bewegung innerhalb des vatikanischen Katholizismus gelten. Während der Renaissance kam es zu mehreren Brüchen innerhalb des Ordens. Das Franziskanerkloster spaltete sich, wodurch unter anderem die Konventualen und die Kapuziner gegründet wurden.

Kulturelle Bedeutung der Franziskanerkloster
Heute liegt die Hinterlassenschaft der Franziskaner zuvörderst im architektonischen Erbe. Die Franziskaner haben einige der imposantesten Kirchen und historisch interessantesten Klöster errichtet. Viele zeugen von einer langen Kulturgeschichte, die nicht nur religiöse Menschen in Spannung versetzen dürfte. Die Gemäuer und Katakomben einiger Franziskanerklöster sind beeindruckende Überbleibsel der mittelalterlichen Mönchskultur in Europa. Die 1227 erbaute Basilika in Assisi ist sicherlich das markanteste Kirchengebäude, welches in der europäischen Gesellschaft an die Franziskaner erinnert. Auch in Deutschland haben die Franziskaner ihre Spuren hinterlassen. Franziskanerkloster finden sich beispielsweise in den alten Reichsstädten wie Worms, Regensburg, Augsburg und Würzburg. In Dresden erinnert die Sophienkirche an das einstige Klostergebäude. Der Franziskanerorden hat sich heute noch in Form des OFM (ordo fratrum minorum) erhalten, der die Werte des mittelalterlichen hoch hält. In Deutschland und Österreich finden sich die Nachkommen des Ordens nur noch in wenigen Provinzen, zum Beispiel im Raum München.