Frauen: Karriere und Kind?

Noch immer haben es deutsche Frauen schwer neben der Aufgabe als Mutter auch noch die berufliche Karriere voranzutreiben.


Viele Frauen in Deutschland stehen vor der Entscheidung, ob sie sich für ein Kind und gegen die Karriere entscheiden sollen oder eher andersherum. Leider scheint es in Deutschland größtenteils immer noch die bittere Wahrheit zu sein, dass sich Frauen nur für einen der beiden Wege entscheiden können. Denn leider zeigt sich immer noch, dass Frauen es weitaus schwieriger haben Karriere zu machen als Männern. Studien brachten zutage, dass Frauen im Schnitt immer noch weniger verdienen als Männer, sie seltener in höhere Positionen aufsteigen und sie außerdem häufiger arbeitslos sind. Nur wenigen Frauen gelingt der Spagat zwischen Kindererziehung und einer erfolgreichen Karriere.

Chancengleichheit erreichen?
Von staatlicher Seite gibt es Konzepte, die für Chancengleichheit in der Bundesrepublik sorgen sollen. Neben dem neu eingeführten Elterngeld, das es sowohl Müttern als auch Vätern erlaubt an der Erziehung und Versorgung des Kindes teilzunehmen, wurde auch die ganztägige Kinderbetreuung ausgebaut. Zwar stieg die Zahl der Väter, die sich für eine Babypause entschieden, von rund drei auf zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2006 an, jedoch sind es immer noch die Frauen, die sich um die Versorgung des Nachwuchs kümmern. Leider bedeutet dies auch für viele Frauen eine Bedrohung ihrer Karrierechancen. Um den Frauen ein Gleichgewicht zwischen Kindererziehung und beruflichem Alltag zu ermöglichen, wären innerbetriebliche Betreuungsmöglichkeiten wie Kindergärten oder Krippen eine sinnvolle Alternative zu staatlichen Einrichtungen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Viele junge Frauen fragen sich, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um eine Familie zu gründen. Denn gerade in dem Zeitraum, in dem man wichtige Weichen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft stellen kann, kollidieren Karriere und Familienplanung, die häufig den Kürzeren zu ziehen scheint. Immer mehr Frauen scheinen sich bewusst für die Karriere und gegen den Kinderwunsch zu entscheiden, der vorerst in den Hintergrund tritt. Der Trend einer späten Schwangerschaft in Deutschland ist statistisch belegt. Die Geburtenrate bei den Frauen im Alter zwischen 35 und 39 Jahren nimmt stetig zu.
Der Vorteil einer späten Schwangerschaft liegt auf der Hand. Frauen, die in einer Führungsposition Fuß fassen konnten und nun gutes Geld verdienen, können sich eine Haushaltshilfe und eine private Kinderbetreuung leisten und haben damit auch einen schnellen Wiedereinstieg in ihren alten Beruf sicher. Jedoch bringt eine später Schwangerschaft auf Nachteile mit sich. Die gesundheitlichen Risiken einer solchen Schwangerschaft sollten nicht unterschätzt werden und manchen Frauen gelingt es im hohen Alter gar nicht mehr schwanger zu werden.

Schwanger schon im Studium?
Die Alternative zu einer späten Schwangerschaft wäre es das Kind bereits während des Studiums zu bekommen, um sofort nach dem Abschluss beruflich durchstarten zu können. Dieses Wagnis gehen jedoch nur rund sieben Prozent aller Studentinnen ein. Ist der Studienalltag doch von Auslandsaufenthalten, Praktika, unsteten Partnerschaften und wenig Einkommen geprägt, die keine ideale Grundlage für die Familienplanung bieten.