Freie Waldorfschule - Schule ohne Zensur

Seit der Gründung der ersten Waldorfschule 1919 durch Rudolf Steiner hat diese spezielle Schulform viele Ableger in allen Ecken der Welt gefunden. Von rund 800 Waldorfschulen weltweit finden sich circa 600 in Europa. Bei den Kritikern als "Öko-Kuschel-Schule" verrufen, etabliert sich die Waldorfschule mehr und mehr als Alternative zu den regulären Schultypen. Soziale Gerechtigkeit im Bildungswesen soll hier verwirklicht werden. Unabhängig von sozialer Herkunft, Begabung und dem späteren Beruf erhalten Kinder und Jugendliche eine gemeinsame Bildung. Sie durchlaufen ohne Notendruck und ohne die Angst vor dem Sitzen bleiben zwölf gemeinsame Schuljahre.


Die lebenspraktische Orientierung des Schülers steht auf den Lehrplänen der Waldorfschulen. Der Unterricht ist kreativ und auf handwerkliche Tätigkeiten ausgelegt. Jedoch werden Fächer wie Physik, Chemie und Informatik in den Augen der zahlreichen Kritiker nicht gebührend im Lehrplan berücksichtigt. Die freie Waldorfschule erachtet es nicht als ihre Aufgabe eine voruniversitäre Ausbildung zu betreiben. Sie wollen vielmehr Antworten auf die Lebensprobleme der jungen Menschen geben. Zudem sollen die Schüler durch das gemeinsame Lernen und das gegenseitige Beibringen die Herausforderungen des Berufslebens schon in der Schule lernen. 

Vor- und Nachteile

  • Waldorfschulen haben das Zensurensystem abgeschafft und durch detaillierte Textzeugnisse und Charakterisierungen des Leistungsstandes der Schüler ersetzt. Grundsätzlich verlassen die Schüler nach dem zwölften Schuljahr die Schule mit der mittleren Reife. Jedoch besteht auch die Möglichkeit in der Waldorfschule sein Abitur zu machen. 
  • Da die freie Waldorfschule gegenüber den staatlichen Schulen finanziell benachteiligt ist, fallen die zu entrichtenden Elternbeiträge relativ hoch aus. Sie staffeln sich nach Region und nach Einkommen der Eltern. Von einer Summe von rund 80 Euro bis 200 Euro muss man ausgehen. Die Kritiker sehen auch in diesem Umstand einen großen Nachteil. Dadurch, dass die Schule auf das Geld der Eltern angewiesen ist, nimmt sie auch häufig lernschwache Schüler oder Problemkinder auf, die das allgemeine Lernniveau nach unten ziehen. 
  • Der wohl größte Kritikpunkt ist der weltfremde Umgang der Waldorfschulen mit der Erbringung von Leistung. Die Schüler sind keinem Notendruck ausgesetzt und deshalb nicht richtig auf die Leistungsgesellschaft vorbereitet. Zudem sind die Klassen extrem groß und 38 Schüler in einer Klasse keine Seltenheit. Ein individuelles Eingehen auf die Kinder ist damit so gut wie ausgeschlossen.