Frida Kahlo in Berlin: Inhalte der Ausstellung von 2010

2010 gab es die bisher umfassendste Werkschau mit circa 150 Gemälden und Zeichnungen von Frida Kahlo in Berlin.


Der engagierten Recherche der Kuratorin Helga Prignitz-Poda ist es zu verdanken, dass die Ausstellung Frida Kahlo in Berlin im Martin-Gropius-Bau ein breites Spektrum der mexikanischen Künstlerin zeigen konnte. Einige Jahre hat es gedauert, bis die Exponate aus Privatsammlungen und Museen zusammen getragen werden konnten. Das Ergebnis war sehenswert. Frida Kahlo in Berlin ist eine Ausstellung, wie sie noch nie in Deutschland zu sehen war. Die beiden einzigen größeren Frida Kahlo-Sammlungen, die Olmedo- und die Gelman-Sammlung, sind zusammengeführt worden und zum ersten Mal komplett zu sehen gewesen. Die Schau zeigte die bisher umfangreichste Retrospektive ihrer farbenprächtigen Bilder. Neben bereits berühmten und bekannten Werke wurden auch bislang unveröffentlichte Arbeiten gezeigt. Weitere Exponate der Schau waren die berühmte Jadekette und ein Gipskorsett.

Die größte Frida Kahlo-Retrospektive, die jemals in Europa gezeigt wurde.
Die Ausstellung Frida Kahlo in Berlin zeigte das Leben der wohl bekanntesten mexikanischen Malerin.  Kaum eine Malerin des 20. Jahrhunderts hat sich so intensiv mit sich beschäftigt wie Frida Kahlo. Mehr als ein Drittel der Werke sind Selbstbildnisse. Darunter auch das Selbstportrait in Öl inmitten einer Sonnenblume. Es galt lange Zeit als verschollen und konnte nun wiederentdeckt erstmalig in Europa gezeigt werden. Die Werke Frida Kahlos erzählen das Drama ihres Lebens und so repräsentierte die Ausstellung auch eine Biographie der mexikanischen Künstlerin. In ihren Arbeiten zeigt sich ihr eigenes dramatisches Leben, das von unglücklicher Liebe, körperlichen Schmerzen und Affären gezeichnet ist. In ihren Bildern sind ihre physischen und psychischen Schmerzen oft nur in winzigen Details zu erkennen, wobei ihre surrealistischen Arbeiten auch den Humor von Frida Kahlo vermuten lassen. In ihren zahlreichen Selbstdarstellungen fallen die markant geschwungenen Augenbrauen und der starke Damenbart auf. Damit wollte sie vielleicht ihre eigene Stärke in der männlich dominierten Gesellschaft demonstrieren.

Der Mythos Frida Kahlo
Die Künstlerin, die zweifelsohne zu den berühmtesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts gehört, wird in Mexiko als Nationalheilige verehrt. Ihre Werke wurden von der mexikanischen Regierung zum nationalen Kulturgut erklärt. Als eine Ikone der Malerei, eine Kämpferin und Feministin ist Frida Kahlo eine bedeutende Repräsentantin der lateinamerikanischen Kunst. Ihre Werke sind geprägt von starken Emotionen, von der Tragödie und Leidenschaft ihres Lebens. Mit der Ausstellung Frida Kahlo in Berlin gab es ein Werkschau, die einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken der berühmtesten mexikanischen Malerin gegeben hat.