Kinder sind die unschuldigsten und schwächsten Opfer von Kriegen und Katastrophen. Sie werden in blutigen Auseinandersetzungen verwundet, treten beim Spielen auf Minen oder hungern in Flüchtlingslagern. Abgesehen von den seelischen Schäden, die sie davon tragen. Auf medizinische Versorgung können die meisten von ihnen nicht hoffen. Für schnelle und unbürokratische Hilfe gibt es jedoch die Aktion Friedensdorf International.
Die Aktion Friendensdorf
Als am 6. Juli 1967 der Sechs-Tage-Krieg im Nahen Osten begann, wollten Oberhausener Bürger nicht mehr tatenlos zusehen und initiierten die Aktion Friedensdorf. Auf einem Gelände der HOAG (Hüttenwerke Oberhausen AG) begannen viele freiwillige Helfer, darunter ausländische Mitbürger, Angehörige der Britischen Rheinarmee, der Bundeswehr und der Bereitschaftspolizei, mit dem Bau der ersten Unterkünfte für palästinensische Kinder. Schon im Dezember des gleichen Jahres kamen Kinder von einem anderen Kriegsschauplatz: aus Vietnam. Zur gleichen Zeit wurde mit der Errichtung eines Friedensdorfes im Süden Vietnams, in Da Lat, begonnen. Es war klar, dass nur eine begrenzte Anzahl von Kindern nach Deutschland geholt werden konnten. Also mussten Partnereinrichtungen geschaffen werden, die die Arbeit vor Ort übernahmen. In Vietnam entstanden elf Friedensdörfer in verschiedenen Provinzen, die im Laufe der Zeit ihre Projekte in eigene Verantwortung übernahmen. Vietnam war lange Zeit Arbeits-Schwerpunkt von Friedensdorf international, aber dann gab es Krieg in Angola und auf dem Balkan, später in Afghanistan und im Irak. Seitdem betreut Friedensdorf International jährlich ca. 1.000 Kinder in Oberhausen und dem benachbarten Dienslaken und leistet medizinische Einzelfallhilfe, wenn die Versorgung in den Heimatländern nicht möglich ist. Diese Kinder werden in zahlreichen europäischen Krankenhäusern, die mit der Initiative kooperieren, kostenlos behandelt. Daran schließt sich eine Reha im Friedensdorf International Oberhausen an, bevor die Kinder in ihre Heimatländer zurück kehren.
Hilfsprojekte vor Ort und friedenspolitische Arbeit
Friedensdorf International plant und organisiert Hilfsprojekte in Kriegs- und Krisengebieten mit dem Ziel, für eine medizinische Versorgung am Ort des Geschehens zu sorgen beziehungsweise sie zu verbessern. In zahlreichen Ländern sind Friedensdörfer, Gesundheitsstationen und orthopädische Werkstätten entstanden, wie zum Beispiel in Kambodscha, wo es mittlerweile zwölf solcher Einrichtungen gibt, die nach und nach eigenständig arbeiten. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von Friedensdorf International ist die friedenspolitische Arbeit, Förderung humanitären Bewusstseins und sozialen Engaments, damit es eines Tages keine Friedensdörfer mehr geben muss. Wer die Arbeit des Friedensdorfes kennen lernen und unterstützen möchte, findet Informationen auf der Homepage der Organisation (Friedensdorf.de).