Spätestens dann, wenn die Tage wieder länger werden, die Temperaturen höher klettern, die ersten Krokusse zu sehen sind und warme Sonnenstrahlen Jung und Alt in die Natur treiben, die veilchenblau aus dem Winterschlaf erwacht, ist der Frühling da. Dann heißt es: Winter ade! Inspiriert von munteren Schneeglöckchen, duftenden Hyazinthen und leuchtenden Narzissen, küsst so manch einen die Muse. Lyrisch sollen Gefühle und Gedanken gefasst und später als Frühlingsgedicht dem Freund oder der Familie zum Geschenk gemacht werden. Doch ungeübt in der Kunst des Dichtens, ist es gar nicht so einfach, der Sehnsucht nach dem Frühling dichterisch Ausdruck zu geben und ein eigenes Frühlingsgedicht zu verfassen. Kreativ sein zu wollen und ein wirklich gelungenes Frühlingsgedicht zu verfassen, sind schließlich zweierlei Dinge.
Ein eigenes Gedicht berührt die Seele
Über den Frühling wird gern gedichtet. Entscheidend dabei ist, welche Gefühle man vermitteln will. Welche Stimmung soll sich beim Leser des Gedichts einstellen? Und: Wie nah steht man dem Menschen, für den man das Gedicht schreiben will? Denn: Ein selbst geschriebenes Gedicht ist nicht nur einzigartig, sondern etwas sehr Persönliches. Der Aufwand des eigenen Formulierversuchs ist viel höher, als wenn man sich einen gereimten Klassiker sucht und diesen abschreibt. Doch auf schönem Papier mitgeteilt, mit Tinte und in schönster Handschrift, finden auch fremde Reime meist viel Zuspruch und Anerkennung als Zeichen inniger Verbundenheit und Freundschaft. Bei den eigenen Versen gilt es nicht nur die entsprechende Silbenzahl und das jeweilige Versmaß, also den Sprachrhythmus, zu beachten, sondern individuell passende Worte zum Thema Frühling zu finden.
Gefühl macht der Reiz des Gedichts aus
Es gibt viele, inhaltlich sehr verschiedene Frühlingsgedichte großer deutscher Dichter und Denker, mit denen man andere beschenken und begeistern kann. All jenen, die das poetische Experiment Frühlingsgedicht scheuen, oder ihren eigenen Einfall über den Frühlingsglauben oder erste Frühlingsnächte als nicht gelungen ansehen, seien die bekannten Dichter Fallersleben, Hofmannsthal, Eichendorff, Fontane und Storm empfohlen, die ihre Frühlingsbotschaften auf brillante Weise umsetzten. Ebenso wie die Herren Goethe, Mörike, Heine und Rilke, die mit ihren gefühlvollen Frühlingsgedichten die Ankunft des Lenzes wunderschön zu beschreiben wussten.