Frühchen Ernährung

Die richtige Frühchen Ernährung ist besonders wichtig, da sie einen entscheidenden Einfluss auf die spätere Entwicklung hat.


Die richtige Frühchen Ernährung ist besonders wichtig, da sie einen entscheidenden Einfluss auf die spätere Entwicklung hat. Besonders für die Ausbildung des Gehirns, der Sinnesorgane und der geistigen Fähigkeiten werden essenzielle Nährstoffe benötigt. Frühchen brauchen viel mehr Flüssigkeit und Kalorien als normal entwickelte Neugeborene, da sie noch nicht vollständig entwickelt sind. Sie sind kleiner und leichter als Säuglinge, die bis zum neunten Monat im Mutterleib gewachsen sind. Zudem verfügen sie noch über keine ausreichenden Fettreserven. Ihre Energiedepots sind schnell für körpereigene Prozesse aufgebraucht. Muskelarbeit, Aufrechterhaltung des Stoffwechsels und Wärmeregulierung – nur einige der vielfältigen Leistungen, für die Energie gebraucht wird. Frühchen sind daher stets auf eine optimale Versorgung mit Nährstoffen von außen angewiesen. Allerdings können sie ein Mehr an Nährstoffen aufgrund eingeschränkter Stoffwechselleistungen und eingeschränkter Nierenfunktion schlecht verarbeiten.

Gehaltvolle Nahrung

  • Daher sind Frühchen nach der Geburt auf eine besonders gehaltvolle (energiereiche) Nahrung angewiesen. Fette sind nun die wichtigsten Nahrungsbestandteile, denn sie beeinflussen die Struktur und Funktion der Organe maßgeblich. Besonders ungesättigte Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung.
  • Grundsätzlich ist Muttermilch die beste Nahrung für Frühgeborene. Sie ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren: LCP, AA (Arachodonic Acid) – einer Omega-6-Fettsäure und DHA (Docasahexaensäure) – einer Omega-3-Fettsäure. Besonders die langkettige Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) spielt eine wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung des Kindes. Während der gesamten Schwangerschaft wird es über die Plazenta an das Kind abgegeben und sorgt für optimales Wachstum.
  • Auch Kohlenhydrate sind sehr wichtig, denn sie stellen wichtige Nährstoffe für die Gehirnentwicklung bereit. Die wichtigste Energiequelle ist Glukose. Es ist die wichtigste Energiequelle für das Gehirn und anderes Nervengewebe. 

Spezialnahrung für Frühchen

  • Wenn eine Frühchen Ernährung nur über das Stillen nicht möglich ist, muss auf Spezialnahrung zurückgegriffen werden. Für Frühgeborene eignen sich vor allem solche Spezialnahrungen, bei denen der Milchzucker Laktose teilweise durch andere Kohlenhydrate (Glukose, Saccharose, Maltodextrin) ersetzt worden sind. Das Ziel ist es, das noch unreife Verdauungssystem des Frühchens zu entlasten.
  • Normale Formulanahrung ist für Frühgeborene nicht geeignet, da deren Gehalt an Proteinen, Natrium, Calcium, Phosphat und anderen Spurenelementen nicht den speziellen Bedürfnissen der zu früh geborenen Kinder entspricht. Für Frühchen eignet sich besonders Hydrolysatnahrung, also solche Nahrung, deren Eiweißbestandteile aufgespalten sind. 
  • Besonders der Proteingehalt ist für Frühgeborene sehr wichtig. Eiweiß ist essenziell zur Bildung neuer körpereigener Substanz. In den letzten Jahren kamen verstärkt Proteinhydrolysate auf den Markt. Diese Produkte bieten eine leicht bekömmliche und verwertbare Nahrungsquelle.

LCP

  • Viele Frühgeborenen-Produkte sind auch mit LCP angereichert, da diese langkettigen Fettsäuren einen hervorragenden Energieträger darstellen. Der Hauptunterschied zu herkömmlicher Säuglingsmilch liegt im Fettanteil. Dieser liegt hier bedeutend höher. 
  • Da Frühgeborene noch nicht in der Lage sind, Fette selbstständig zu bilden, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Auch können Frühchen nur wenige Enzyme, die für die Stärkespaltung wichtig sind, bilden.
  • Frühgeborenennahrung ist in seiner Zusammensetzung besser an die Muttermilch angepasst als herkömmliche Säuglingsnahrung. Die Produkte enthalten Kohlenhydrate nur in Form von Milchzucker (Laktose), manchmal auch Stärke. Für Frühgeborene, die jünger sind als 34 Wochen bietet sich eine sogenannte Frühchenmilch an. Diese ist der verfrühten Muttermilch (Kolostrum) nachgeahmt.