Führerschein abgeben - was kann man tun?

Wer aufgrund einer schwerwiegenderen Verkehrssünde seinen Führerschein abgeben muss, hat verschiedene Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen.


Der Bußgeldbescheid, der dazu auffordert, den Führerschein abgeben zu müssen, trifft einen meist nicht „aus heiterem Himmel“. Häufig hat man zum Beispiel das Lichtsignal, das sogenannte Blitzen, welches einen bei der Geschwindigkeitsübertretung oder dem Überqueren einer roten Ampel erwischt hat, wahrgenommen. Sobald man ahnt, dass für das Vergehen die Abgabe des Führerscheins als Strafe in Betracht kommt, sollte man sich überlegen, wie in diesem Fall vorgegangen werden sollte.

Einen Einspruch gut überlegen

  • Ob man gegen den Bußgeldbescheid Einspruch einlegen möchte, sollte man sich gut überlegen. Dies macht gerade dann Sinn, wenn man an der Richtigkeit der Messung und somit des Bescheids zweifelt. Schließlich sollte man nicht widerstandslos seinen Führerschein abgeben, wenn man sich noch gut erinnern kann, dass man am betroffenen Tag nicht zu schnell gefahren ist.
  • Auch lohnt sich ein Einspruch, wenn ein Rotlichtverstoß aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht anders möglich war. Können Sie nachweisen, dass sie angemessen gefahren sind und zum Beispiel Glatteis herrschte, kann es die sinnvollere Lösung sein, das Auto wieder zu beschleunigen, anstatt quer und unkontrolliert in einen Kreuzungsbereich zu rutschen. In diesem Fall stehen die Chancen gut, dass Sie nicht Ihren Führerschein abgeben müssen.
  • Auch wenn Sie Ihren Führerschein dringend zur Ausübung Ihres Berufes benötigen und Sie, wenn Sie den Führerschein abgeben, Gefahr laufen Ihren Arbeitsplatz zu verlieren, ist ein Einspruch ratsam.

Die Strafe akzeptieren

  • Wenn Sie Ihren Einspruch erfolgreich realisiert haben und das Verfahren entweder eingestellt oder das Fahrverbot in eine Geldstrafe umgewandelt wurde, müssen Sie Ihren Führerschein nicht abgeben. Haben Sie sich jedoch gegen den Einspruch entschieden oder ist dieser abgelehnt worden, gilt es die Strafe zu akzeptieren.
  • Lenken Sie dann in der Zeit, in der Sie den Führerschein abgegeben haben, unter keinen Umständen ein Fahrzeug! Sie sind in dieser Zeit nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis und müssten mit empfindlichen Strafen rechnen, wenn Sie am Steuer eines Fahrzeugs erwischt würden.
  • In vielen Fällen müssen Sie Ihren Führerschein nicht sofort mit Erhalt des Bußgeldbescheides abgeben, sondern haben vier Monate Zeit das Fahrverbot anzutreten. Wenn Sie zum Beispiel Ihren Führerschein abgeben während Sie im Sommerurlaub weilen haben Sie kaum Einschränkungen in Ihrem Alltag zu befürchten.