Führt Mohn zum positiven Drogentest?

Kann der Verzehr von Mohn tatsächlich zu einem positiven Drogentest führen ?


Die gemeinhin als Mohn bekannte Pflanze untergliedert sich in viele verschiedene Unterarten. Die Bekannteste von ihnen ist botanisch gesehen Papaver Somniferum, oder auch Schlafmohn, sie findet vor allem als Droge und Genussmittel Verwendung. Der im Inneren der Kapseln enthaltene Milchsaft ist die Grundlage für das als Rauschmittel gebräuchliche Opium. Der Wirkstoff von Opium aber auch die essbaren Mohnsamen sind die Morphine.

Empfohlene Höchstmenge Mohn
Aufgrund steigender Morphinwerte und zahlreicher besorgter Bürger sah sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) genötigt, einen vorläufigen Tageswert festzusetzen, der möglichst nicht überschritten werden sollte. Dieser liegt bei 6,3 Mikrogramm Morphin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, das sind hochgerechnet für einen Erwachsenen von 60 Kilogramm ein Verzehrswert von 0,38 Gramm pro Tag. In Deutschland entspricht die durchschnittlich verwendete Menge Mohnsamen bei Brötchen, Bagels, Muffins oder ähnlichen Backwaren etwa zwischen einem und vier Gramm pro Stück. Da Mohnsamen mit einem durchschnittlichen Fettgehalt von 40 bis 50 Prozent aber sehr ölig sind, ist ein zu hoher Konsum aber von vornherein ausgeschlossen.

Morphingehalt steigt an
Das BfR stellt einen in der Vergangenheit drastisch gestiegenen Morphingehalt fest. Viele Ursachen wirken zusammen und legen den Grundstein für ständig steigende Werte. Das sind zum einen veränderte Arten, wechselnde Erntezeitpunkte und die unterschiedliche geografische Herkunft –so kommt Mohn nicht mehr nur aus Deutschland – aber auch neue Erntemethoden zeichnen sich verantwortlich. Bei den modernen maschinellen Erntemethoden werden die Kapseln gequetscht, die Samen treten heraus. Dadurch kommen sie in Kontakt mit dem in den Kapseln enthaltenen Milchsaft, der die berauschenden Alkaloide enthält. Die Folge: Das tägliche Mohnbrötchen weist heute einen viel höheren Wert auf als noch vor einigen Jahren.

Mohn im Straßenverkehr
Nach §24 a der Straßenverkehrsordnung macht sich jeder Verkehrsteilnehmer, der einen Morphinwert von mehr als 10 Nanogramm (ein Milliardstel eines Gramms) pro Milliliter Körpergewicht aufweist, strafbar. Das BfR betrachtet den Konsum mohnhaltiger Lebensmittel als problematisch, da er eventuelle Drogentests verfälschen könnte. Denn, in der Tat lassen sich bereits geringste Mengen in den von der Polizei verwendeten Schnelltests nachweisen. Auch im Urin sind Mohnspuren anhand labortechnischer Untersuchungsmethoden, fälschlicherweise als Opium interpretiert, zu erkennen. Gerade nicht geschulte Personen beurteilen die Cut-off-Werte – das sind die in der Nähe der Nachweisgrenze (erlaubte Höchstmenge) liegenden Werte – oft unterschiedlich. Da aber bei ernsthaften Sachverhalten und drohenden Strafen, etwas dem Führerscheinentzug, grundsätzlich auch ein Bluttest durchgeführt wird, besteht für Mohnliebhaber kein Anlass zur Sorge. Denn in diesem wird auch noch Begleitstoffen von Opiaten gesucht, die fehlen bei dem Konsum von Mohnbrötchen aber völlig. In Zweifelsfällen kann auch eine Haaranalyse ausgeführt werden, diese stellt die sicherste Variante des Drogentests dar.

Berauschendes Mohnbrötchen?
Trotz nachweisbarer Morphinwerte im Urin hat eine derart geringe Menge keine berauschende Wirkung. Lediglich bei einigen weiblichen Testpersonen führte übermäßiger Mohnkonsum zu Übelkeit und Schwindel. Auch kleinen Kindern bereiten Mohnsamen teilweise erhebliche Probleme: Sie neigen zu Benommenheit und krampfartigen Bauchschmerzen.