Fütterstörung

Bei der Fütterstörung handelt es sich um eine Essstörung von Babys. Schon ein Baby oder Kleinkind kann an einer Essstörung leiden. Häufig sind körperliche Beschwerden oder Unruhe der Eltern beim Füttern die Ursache. Ernsthafte Folgen sind sehr selten.


Die Fütterstörung tritt bei Babys und Kleinkindern auf. Sie macht sich durch eine sehr wählerische Auswahl der Lebensmittel oder die komplette Verweigerung der Nahrungsaufnahme bemerkbar. Oft kommt es zum Auswürgen oder Erbrechen der Nahrung. Diese Symptome müssen mindestens einen Monat anhalten, um einer Fütterstörung zu entsprechen. Weitere Anhaltspunkte für eine Störung sind: 

  • Mahlzeit, die sich über mehr als 45 Minuten hinziehen
  • Mahlzeiten finden in einem Abstand von weniger als zwei Stunden statt 

Kurzfristige Nahrungsverweigerung wird bei Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten häufiger beobachtet. Sie verursachen keine Gedeihstörung des Babys. Schwere Fütterstörungen jedoch sind selten und kommen in den ersten beiden Lebensjahren nur bei etwa drei bis zehn Prozent der Babys vor. Auch diese haben nicht unweigerlich einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes.

Ist mein Kind essgestört?
Zuerst muss festgestellt werden, dass die Nahrungsverweigerung nicht auf körperliche Krankheiten zurückzuführen ist und das Nahrungsangebot dem Entwicklungsstand des Babys entspricht. Trifft dieses zu, handelt es sich tatsächlich um eine Fütterstörung. Hier kann man zwei verschiedene Gruppen voneinander unterscheiden. Kinder, die weitere Verhaltensstörungen, wie häufige Schreianfälle und innere Unruhe aufweisen oder sich schlecht trösten lassen, leiden vermehrt an einer Fütterstörung. Viele Frühgeburten oder Kinder, die künstlich ernährt wurden oder viele operative Eingriffe über sich haben ergehen lassen müssen, verweigern ebenfalls oft die Nahrungsaufnahme. Diese Kinder haben oft Bindungsprobleme gegenüber den Eltern oder haben schon zu viele negative Erfahrungen machen müssen. Die Eltern verfallen leicht in Panik. Sie haben Angst zu versagen oder bangen um das Leben des Kindes. Das Kind beobachtet, dass es mit der Nahrungsverweigerung Macht über die Eltern bekommt und nutzt dieses aus, um mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen. So kann aus einer eventuell kurzfristigen Nahrungsverweigerung eine schwere Fütterstörung werden.

 

Eltern wichtig für den Erfolg der Behandlung
Wurden Krankheiten ausgeschlossen, wird eine Verhaltenstherapie angeraten. Hier sind die Eltern gefragt. Sie müssen, auch wenn es schwer fällt, die Ruhe bewahren. Es sollten Essenszeiten festgelegt und auf möglichst viel Ruhe während der Mahlzeiten geachtet werden. Familiäre Streitigkeiten dürfen nicht währenddessen ausgetragen werden. Babys sind keine Maschinen, die man einfach mit der nötigen Energie versorgt. Nehmen Sie sich Zeit zum Füttern, beobachten Sie Ihr Kind und werden Sie zum Stimmungsempfänger und reagieren Sie auf mögliche Gefühlsschwankungen mit der nötigen Geduld. Auch außerhalb der Essenzeiten sollten Sie einem schwierigen Kind viel Aufmerksamkeit und Zuwendung zukommen lassen.
Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen, auch, wenn es schwer fällt. 

Fütterprobleme
Nicht jedes Kind, dass Probleme beim Füttern macht, muss gleich eine Fütterstörung haben. Es kann weitere Gründe für eine Nahrungsverweigerung geben. Es ist möglich, dass eine Magen- oder Darmerkrankung vorliegt oder die Mundmotorik durch Kau- und Schluckbeschwerden beeinträchtigt ist. Auch kann das Baby auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren oder es liegt eine Stoffwechselkrankheit vor. Eltern sollten auf jeden Fall die Ruhe bewahren und, falls keine Besserung im Essverhalten zu erkennen ist, den Kinderarzt aufsuchen.