Gähnen – Ursachen und die ansteckende Wirkung


Es gibt bestimmte Orte, wo besonders häufig gegähnt wird. Gähnen ist überall dort zu beobachten, wo Menschen lange in derselben Haltung verharren und obendrein vielleicht einem Diskurs lauschen müssen, also in Schulen, Hörsälen und Wartezimmern.

Ist Gähnen ansteckend und warum?
Wo ein Mensch mit Gähnen anfängt, spüren plötzlich auch alle anderen dasselbe Verlangen. Dies ist ein Erfahrungswert. Zu dem Warum haben Wissenschaftler bisher nur wenig überzeugende Theorien abgeliefert.
Eine davon ist, dass Menschen seit Urzeiten Sozialverbände bilden und sich untereinander abstimmen. Das in einer Gruppe rasch um sich greifende Mundaufreißen helfe dabei, indem es Ruhebedürfnis signalisiert. Aber: Wenn man davon ausgeht, dass Urmenschen darauf angewiesen waren, dass mindestens einer der Gruppe ihren Schlaf bewachte, ist es unpraktisch, wenn alle Gruppenmitglieder gleichzeitig ruhen möchten, signalisiert oder nicht.
Amerikanische Forscher halten das Gruppengähnen für einen Empathiebeweis. Sie wiesen nach, dass Menschen, die sich davon anstecken ließen, mitfühlender sind als solche, die den Mund geschlossen halten, wenn um sie herum gegähnt wird.
Hauptauslöser des Gähnens sind Langeweile und Müdigkeit. Darüber sind sich Forschung und Medizin weitgehend einig.
In der Tierwelt sehen Wissenschaftler die Sache klarer als beim Menschen. Hier ist Gähnen entweder ein Kommunikationsmittel oder eine Geste, um Geruchsstoffe aufzunehmen.

Wirkung des Gähnens
Wieder aus Amerika kommt die Erkenntnis, dass das weite Aufreißen des Mundes dem Gehirn kühles Blut zuführt. Demnach wäre dies ein Mittel, um wach zu bleiben und bessere Denkleistung zu erzielen. Auch hier vermuten Forscher wieder einen Kommunikationshintergrund: Der Gähnende vermittelt seiner Gruppe: Ich bin müde, versuche aber wach zu bleiben. Bleibt Ihr bitte wach. Doch was sagt dann das "Antwortgähnen" seiner Gruppenmitglieder aus? Verstanden, wir verdoppeln die Gähnanstrengung?
All diese wissenschaftlichen Veröffentlichungen können nicht verschleiern, dass die Forschung beim Thema "Gähnen" weitgehend im Dunkeln tappt.
Eines hat sie wenigstens erkannt: Man kann Gähnen vermeiden, indem man durch die Nase atmet.