Galvaniseur - das Berufsbild

Der Galvaniseur arbeitet in der chemischen Industrie und im Handwerk an der Veredelung von Metalloberflächen durch spezielle Beschichtungen. Dies sind jedoch noch lange nicht alle Arbeitsfelder.


Der Begriff Galvaniseur leitet sich von einem Teilgebiet physikalischen Chemie ab, der so genannten Galvanik. Wenn man in eine bestimmte Metallsalzlösung zwei dazu passende unterschiedliche Metalle eintaucht und einen elektrischen Strom anlegt, so lagert sich im Verlauf des Stromflusses, als Teil dieser chemischen Reaktion (Elektrolyse), an dem einen Metall eine Schicht des anderen Metalls ab.

Galvaniseure beschichten Oberflächen
Der Galvaniseur führt in seinem Beruf diese beschriebene Reaktion der Galvanisierung in all ihren Facetten durch, überwacht die Prozesse und kontrolliert die Ergebnisse. Durch Variation der verwendeten Substanzen und der Versuchsbedingungen, fächert sich die grundliegende, zunächst überschaubare Thematik, zu einem riesigen Wissensgebiet und zu einem umfangreichen Arbeitsfeld auf.

Viele verschieden Einsatzbereiche
Einen großen Bereich bildet zum Beispiel der Korrosionsschutz. Bekanntermaßen korrodiert, beziehungsweise rostet Eisen an feuchter Luft verhältnismäßig leicht und schnell. Nur mittels Beschichtung, mit beständigen Metallen wie etwa Aluminium oder Zink, kann Eisen so umfangreich Verwendung finden wie es heute der Fall ist. Aber auch in der Computerindustrie ist der Bedarf an galvansierten Werkstoffen praktisch unerschöpflich. Nicht zuletzt werden auch Schmuckteile aus rein dekorativen Gründen und sogar Kunststoffe vom Galvaniseur bearbeitet. Als Beispiel ist hier das Verchromen in der Autoindustrie zu nennen.

Ganz verschiedene Arbeitsplätze
Das Galvanisieren findet in ganz unterschiedlichen Maßstäben statt, von der großindustriellen Produktion bis zur besonderen Präzisionsarbeit in kleinstem Maßstab im Labor. Der Galvaniseur bearbeitet winzige Schrauben in kleinen Behältern ebenso, wie großformatige Teile in schwimmbadähnlichen Becken. Dazu benötigt der Galvaniseur als Hintergrund diverse Kenntnisse der Chemie und der Physik. Angefangen bei der erwähnten Elektrolysereaktion und der grunddliegenden Chemie der Metalle, über die physikalischen Zusammenhänge der Elektrizitätslehre, bis hin zu hochspezialsierten Hightech-Verfahren, reicht der theoretische Hintergrund, in dem sich der Galvaniseur je nach genauem Tätigkeitsfeld bewegt und auskennen muss. Nicht zuletzt gehören auch grundlegende PC-Kenntnisse zur Vorraussetzung des Berufes, denn der Ablauf der Verfahren und die Durchführung der Reaktionsprozesse, verläuft in enger Verknüpfung mit der Computertechnologie. Die Bedienung der jeweiligen Instrumente, Rechner oder Steueranlagen wird somit ebenfalls zum Tätigkeitsbereich des Galvaniseurs.