Gebärmutterhalsschwäche - Fehlgeburt droht

Von einer Gebärmutterhalsschwäche – medizinisch Zervixinsuffizienz genannt– wird gesprochen, wenn der Gebärmutterhals, umgangssprachlich Muttermund- nicht lang genug ist, um das Kind bis zum Ende der Schwangerschaft in der Gebärmutter zu halten


Von einer Gebärmutterhalsschwäche- medizinisch Zervixinsuffizienz genannt- wird gesprochen, wenn der Gebärmutterhals, umgangssprachlich Muttermund- nicht lang genug ist, um das Kind bis zum Ende der Schwangerschaft in der Gebärmutter zu halten. Erst bei beginnender Geburt darf sich der Gebärmutterhals verkürzen. Bei einer Schwäche geschieht dies jedoch bereits zwischen dem vierten und dem sechsten Schwangerschaftsmonat.

  • Die Mindestlänge des Gebärmutterhalses muss 2,5 Zentimeter betragen. Ansonsten kann die Gebärmutter unter Umständen das Kind nicht halten und es kommt zu vorzeitigen Wehen.

 

Wie kommt es zu einer Gebärmutterhalsschwäche?

  • Die Schwäche kann unter anderem durch gynäkologische Eingriffe entstehen, bei denen das Bindegewebe verletzt wurde. Besonders nach Schwangerschafts-abbrüchen kann eine Gebärmutterhalsschwäche auftreten. Aber auch Geburten ziehen das Bindegewebe in Mitleidenschaft und verletzen den empfindlichen Gebärmutterhals. 

 

  • Manchmal tritt die Gebärmutterhalsschwäche auch durch eine Infektion auf. Wenn durch Bakterien eine vorzeitige Wehentätigkeit eingesetzt hat, verkürzt sich der Gebärmutterhals und es kommt zur Schwäche.

Absolute Bettruhe ist Pflicht

  • Durch den verkürzten Gebärmutterhals kann es passieren, dass die Gebärmutter das Kind nicht mehr halten kann. Das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt steigt an. Um das zu vermeiden, wird die betroffene Frau meist ins Krankenhaus eingewiesen, wo sie strikte Bettruhe halten muss. Dadurch wird der Druck von der Gebärmutter genommen und die Schwangerschaft kann weiter fortgeführt werden. 

 

  • Besonders wenn die Gebärmutterhalsschwäche im letzten Drittel der Schwangerschaft auftritt, muss die Mutter absolute Ruhe haben. Durch Bewegung und körperliche Aktivität wird das Gewicht der Gebärmutter nach unten gezogen und eine vorzeitige Geburt wird ausgelöst. Meist verweilt die Betroffene bis zur Geburt im Krankenhaus, um kein Risiko einzugehen.

Operativer Eingriff

  • Meist kann auch durch einen relativ simplen Eingriff eine Fehlgeburt umgangen werden. Beim sogenannten operativen Muttermundverschluss, oder auch Cerclage, wird dieser chirurgisch vernäht, sodass das Kind länger in der Gebärmutter verbleiben kann.

 

  • Bis zur 32. Schwangerschaftswoche ist ein solcher Eingriff durchführbar. In Vollnarkose oder wahlweise nach einer Periduralanästhesie (PDA)- hierbei wird das Betäubungsmittel direkt in das Rückenmark gespritzt- vernäht der Chirurg den Muttermund. Hierfür wird ein Faden ringförmig um den Gebärmutterhals gelegt, zusammengezogen und verknotet.

Werdende Mütter sollten sich schonen

  • Sind Bindegewebsschwächen bekannt und gab es bereits in vorherigen Schwangerschaften Probleme mit dem Gebärmutterhals, sollte sich die Frau von Anfang an schonen. Es sollten keine schweren Gegenstände gehoben und keine anstrengenden Arbeiten verrichtet werden.

 

  • Nur durch Schonung kann die werdende Mutter einer erneuten Gebärmutterhalsschwäche vorbeugen. Bei Mehrlings-schwangerschaften ist das Risiko erhöht, daher ist hier generell Schonung zu empfehlen.