Gefährlicher Mietmangel: Schimmel

Schimmel in der Wohnung zählt zu den Mängeln, die eine Mietminderung durch den Mieter erlauben.


Es wird geschätzt, dass 15 Millionen Menschen in Deutschland mit Schimmel in der Wohnung leben. Dabei ist dies nicht ungefährlich und kann auf Dauer allergische Erkrankungen, wie Asthma, auslösen. Wenn es zu einem Schimmelbefall kommt, ist es meist schwierig, diesen wieder komplett loszuwerden. Vielmehr erfordert es in vielen Fällen finanziell aufwendige Arbeiten an der Wohnung oder am ganzen Haus. Natürlich kann Schimmel auch durch das Verschulden des Mieters zustande kommen, wenn dieser falsch lüftet oder auf andere Weise die Luftzirkulation behindert. Grundsätzlich zählt dieser Schaden zu den Mietmängeln, die eine Mietminderung erlauben. Doch hat der Mieter dies selbst verschuldet, sieht die Sachlage wieder anders aus.

Mietminderung bei unverschuldetem Schimmelbefall
Viele Gebäude haben eine veraltete und unzureichende Dämmung. Dann ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis sich Schimmel bildet. Wie stark er sich ausbreitet, kann man wiederum ein wenig durch richtiges Lüften und Entfernung des Schimmels, steuern. In diesem Fall handelt es sich also um einen Mietmangel, der laut Mietrecht vom Vermieter zu beseitigen ist. Bei Mietmängeln darf der Mieter eigenständig die Mietzahlung bis zur Beseitigung des Mangels kürzen. Der Vermieter muss lediglich darüber informiert werden. Viele Menschen denken, man müsse bei einer gewünschten Mietminderung einen Antrag bei dem Vermieter stellen, doch das ist nicht der Fall. Schwieriger ist nun die Frage, welcher Betrag zur Mietkürzung angemessen ist. Dazu gibt es eine Menge unterschiedlicher Gerichtsurteile. Daher sollten sich Betroffene am besten bei einem Mieterbund erkundigen. Die Höhe kann man auch daran festmachen, wie gravierend der Mangel ist, also wieviele Zimmer und welche Fläche betroffen ist. Wenn beispielsweise ein ganzes Zimmer dadurch unbewohnbar wird oder der Vermieter längere Zeit verstreichen lässt, ohne den Schaden zu beheben, darf man die Miete auch komplett einbehalten.

Der Gesundheit zuliebe ausziehen
In einigen Fällen, nämlich bei alten unsanierten Häusern, ist es empfehlenswert bei Feststellen eines Schimmelbefalls, vor allem bei starkem Schimmel, aus der Wohnung ausziehen. In diesen Fällen ist eine ordentliche Beseitigung ohne Sanierung des gesamten Hauses nicht möglich. Die übliche Kündigungsfrist von drei Monaten, gilt bei starkem Befall nicht, da eine gesundheitliche Gefährdung des Mieters besteht. Wer wissentlich in einer Wohnung mit Schimmel wohnen bleibt und aufgrund dessen eine Folgekrankheit erleidet, hat keinen Anspruch auf Schadenersatz, wie es bei fristloser Kündigung der Fall ist.

Selbstverschuldeter Schimmelbefall
Für den Fall, dass der Schimmel durch unsachgemäße Lüftung entstanden ist, fällt das Recht des Mieters auf eine Mietminderung weg. Der Vermieter müsste dann aber beweisen, dass die Schuld nicht an Baumängeln, sondern bei dem Mieter liegt. Für die Beseitigung ist jedoch immer der Vermieter zuständig, ganz egal, welche Partei die Schuld daran trägt.