Gefahren durch den Erreger des Hundebandwurms

Der gefährliche Hundebandwurm ist ein kleiner Parasit, der sich im Dünndarm von Hunden, Schafen, Pferden und auch Menschen ansiedelt, um dort seine Entwicklung vom befruchteten Ei bis zur Larve durchzuführen


Ein Bandwurm ist ein Parasit, der Säugetiere als Wirt nutzt und sich ohne eigenen Darm vom ihnen ernährt. Der Hundebandwurm gehört zu den gefährlichsten Bandwürmern. Er ist ein kleiner Parasit, der sich im Dünndarm von Hunden, Schafen, Pferden und auch Menschen ansiedelt, um dort seine Entwicklung vom befruchteten Ei bis zur Larve durchzuführen. Der Mensch fungiert in diesem Fall als Zwischenwirt.

 

Der Bandwurm enthält einen für den Menschen gefährlichen Erreger, der bei einer Ansteckung sogar lebensbedrohliche Folgen haben kann. Der Erreger wird als Echinococcus granulosus bezeichnet. Er tritt weltweit in Erscheinung, ist aber vorwiegend in Europa rund um das Mittelmeer zu finden. Der Endwirt ist der Hund.

Infektionsverlauf
Ist ein Tier von dem Parasiten befallen, scheidet es mit dem Kot die Eier der kleinen Bandwürmer aus. Diese können dann über verunreinigte Nahrung, den Verzehr von rohem Fleisch oder von Waldfrüchten andere Tiere oder auch den Menschen infizieren. Im Darm des neuen Zwischenwirts siedeln sich die kleinen Eier an, aus denen sich Larven entwickeln, die über den Blutweg in die inneren Organe übersiedeln können. Dabei durchdringen sie die Darmwand. Überwiegend betroffen ist zu 60 bis 70 Prozent die Leber, jedoch können auch Hirn, Lunge, Knochen, Wirbelsäule, Gallenwege, Nieren sowie Muskeln befallen werden.

Diagnose und Symptome einer Infektion
Die Inkubationszeit nach der Infektion ist mit sechs Monaten bis zu mehreren Jahren sehr lang, die ersten Beschwerden treten dementsprechend spät auf. Die Diagnose erfolgt häufig als Zufallsbefund. Der Erreger bildet Zysten von erheblicher Größe in den befallenen Organen. Die flüssigkeitsgefüllten Hohlräume verursachen Schmerzen oder ein Druckgefühl im Oberbauch. Auch Atembeschwerden oder Husten, Muskelschmerzen und Kopfdruck können je nach Lokalisation die Folge sein. Die Zysten wachsen in andere Gewebestrukturen hinein, befallen Nachbarorgane oder verdrängen Gewebe mit den entsprechenden Beschwerden wie Darmverschluss oder Funktionsaufgaben verschiedener Drüsen. Die Diagnose der Zysten erfolgt mittels Ultraschall oder Computertomografie. Der Erreger selbst wird über einen Stuhltest im Labor nachgewiesen.

Therapie
Die Beschwerden bedürfen einer raschen Behandlung. Verbleibt der Erreger im Körper, setzt er aufgrund seiner geringen Größe von drei bis sechs Millimetern weitere Larven ab. Die Leber und andere befallene Organe werden von den Zysten regelrecht zersetzt und stellen ihre Funktion nach und nach ein. Die Infektion mit dem Erreger des Hundebandwurms kann im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen. Daher müssen die Zysten operativ entfernt werden. Diese dürfen bei dem Eingriff nicht verletzt werden, da es sonst zu einer weiteren Verbreitung des Parasiten in andere Organe kommt. Zysten oder betroffenes Gewebe, die nicht operativ entfernt werden können, behandelt man in der Regel chemotherapeutisch. Dabei entscheidet das Krankheitsstadium über die Dauer der medikamentösen Therapie von sechs Wochen bis zu mehreren Monaten. Meist werden nicht alle Parasitenlarven getötet, die Behandlung muss oft wiederholt oder lebenslänglich fortgesetzt werden. Sieben Prozent der Erkrankten sterben trotz Therapie.