In Geisteswissenschaften promovieren

Nach dem Studium der Geisteswissenschaften muss man die Hochschule nicht zwangsweise verlassen, man kann auch promovieren.


Längst sind es nicht nur Mediziner, die mit dem Doktortitel angesprochen werden. Immer mehr Natur-, aber auch Geisteswissenschaftler sind es, die ebenfalls diesen Titel anstreben, um an Hochschulen als Dozent oder in der Forschung Karriere zu machen. Bei dieser Karriere kommt es vielen aber nicht auf den materiellen Erfolg an, sondern vielmehr auf das Intensivieren des bereits vorhandenen Wissens und dessen Nutzen für die Allgemeinheit.

Was es heißt zu promovieren
Mit dem Titel Doktorin oder Doktor der Philosophie erreichen Geisteswissenschaftler ihre Promotion. Dieser Titel erlaubt es den Absolventen, eigenes wissenschaftliches Arbeiten anzustreben und dieses mithilfe von Forschung weiter zu vertiefen.
Um den Abschluss zu erlangen, ist es üblich, eine schriftliche Hausarbeit, die Dissertation, anzufertigen und darüber hinaus ein Streitgespräch mit einem Prüfungskolloquium, die Disputation, zu führen. Verläuft beides erfolgreich, kann man seinen Namen um den Doktortitel erweitern. Es ist sogar möglich, gleich mehrere solcher Titel zu erhalten, sofern man in unterschiedlichen Promotionsfächern zur Prüfung antritt und erfolgreich promovieren kann.
Der Doktor ist der höchste Grad, den ein Akademiker erreichen kann, wobei dieser Titel durch eine sogenannte Habilitation noch gesteigert werden kann. Als Dr. habil erhält man nämlich zusätzlich die Lehrerlaubnis, die nur dann vergeben wird, wenn man sicher sein kann, dass der eigentliche Forscher oder Wissenschaftler dazu in der Lage ist, sein Fachgebiet in allen Belangen zu vertreten.

Was man mit dem Doktor anfängt
Ein Doktortitel mag ja schön und gut sein – aber wozu eigentlich? Es dauert lange bis zum Doktor und vielen Studenten reicht schon der Weg bis zum eigentlichen Abschluss. Warum sollten sie also einen weiteren Umweg einschlagen, nur um zu promovieren, immerhin kostet es nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch reichlich Energien und Nerven?
Diese Frage lässt sich für Geisteswissenschaftler zumeist beantworten, indem man auf den aktuellen Arbeitsmarkt blickt: Nur selten finden diese nämlich eine sofortige Anstellung mit einer adäquaten Entlohnung. Daher entscheiden sich immer mehr dazu, ihr bereits geschaffenes Wissen zu erweitern und sich darin ausbilden zu lassen, es an andere weiterzugeben. Viele möchten auch nach dem Studium an der Universität oder Hochschule zu bleiben, um dort als Dozent tätig zu sein. Wobei auch hier die Arbeitsmarktsituation alles andere als rosig aussieht. Der Konkurrenzkampf um wenig verfügbare Stellen an Hochschulen ist und bleibt groß.