Geisteswissenschaftler auf den Arbeitsmarkt!

In der Krise zählen vor allem Fantasie und Flexibilität - hier können Geisteswissenschaftler punkten.


Geisteswissenschaftler haben es seit jeher schwerer in den Arbeitsmarkt einzusteigen als Absolventen anderer Fachbereiche. Doch während die Firmen jahrelang um Absolventen mancher Fächer geworben haben, hat die gegenwärtige wirtschaftliche Lage den Einstieg für alle Absolventen erschwert. Eine Chance für Geisteswissenschaftler, ihre Qualitäten auszuspielen! Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, was Ssie vermeiden sollten, und wie Sie die Krise als Chance nutzen.

Fähigkeiten erkennen
Überlegen Sie zunächst sorgfältig, was Sie können und was Sie wollen. Geisteswisssenschaftler bringen eine Reihe von Fähigkeiten mit, die auch in der Berufswelt gefragt sind. Sie haben ernsthaft Ihre Interessen verfolgt, haben Ihr Organisationstalent und Ihre Kreativität im wenig reglementierten geisteswissenschaftlichen Studium unter Beweis gestellt. Analytisches Denken und die Fähigkeit des selbstständigen Wissenserwerbs gehören genauso zu Ihren Fähigkeiten wie hohe Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit. Sie sind flexible Allrounder, die auch unter schwierigen Bedingungen selbstständig nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Damit sind sie von Haus aus ziemlich krisenfest.

Überlegen Sie sich eine Strategie
Wollen Sie unbedingt in den Medienbereich einsteigen, auch wenn Sie eventuell mit unbezahlten Praktika vorlieb nehmen müssen? Oder soll es auf jeden Fall eine Stelle in Berlin sein, egal in welcher Branche? Überlegen Sie vorher, was für Sie die wichtigsten Kriterien sind, aber auch, ob Sie eher Ihre allgemeine Qualifikation oder spezielle Fähigkeiten wie Sprachkenntnisse als Ausgangspunkt für die Jobsuche nehmen wollen. Wenn Sie offen dafür sind, probieren Sie breit zu streuen und bewerben Sie sich auch auf Stellen, für die Sie nicht über alle Qualifikationen verfügen, oder in Branchen, die für Geisteswissenschaftler unüblich sind.

Online bewerben
Als Geisteswissenschaftler sollten Sie in allen zur Verfügung stehenden Quellen recherchieren, um interessante Jobangebote zu finden. Nutzen Sie Internet-Jobbörsen und die Möglichkeit der Online-Bewerbung, das spart nicht nur Kosten, sondern vor allem Zeit. Verfügen Sie über sorgfältig vorbereitete elektronische Dokumente, die Sie nur noch individuell anpassen und zusammenstellen müssen, können sie schnell reagieren. So kann die Personalchefin noch vor Feierabend Ihre Bewerbung auf eine tagesaktuelle Stellenanzeige lesen. Romane sind hier fehl am Platz, aber trauen Sie sich ruhig, von Standardformulierungen abzuweichen. Wenn Sie in der richtigen Tonlage bleiben und alle wichtigen Informationen unterbringen, wird das Interesse wecken.

Lebenslauf
Legen Sie im Lebenslauf Wert darauf, vorhandene praktische Berufserfahrung durch Nebenjobs, Praktika, aber auch Tutorien oder ehrenamtliche Tätigkeiten zu erwähnen. Damit können Sie dem Vorurteil begegnen, dass Geisteswissenschaftler eher Träumer ohne Sinn fürs Praktische seien. Außerdem ist es für Firmen eine interessante Information, wenn Sie als Tutor Wissen vermittelt, im Nebenjob Kulturevents organisiert oder ehrenamtlich in einer Beratungsstelle gearbeitet haben. Haben Sie Lücken im Lebenslauf, sollten sie diese begründen können, ohne dabei allzu weit von der Wahrheit abzuweichen.

Vorstellungsgespräch
Nutzen Sie Ihre kommunikativen Fähigkeiten, um einen überzeugenden Auftritt hinzulegen! Sie haben gelernt, in Diskussionen zu bestehen, an Diskursen teilzunehmen, in Referaten frei zu sprechen, in Sprechstunden komplexe Probleme auf drei wesentliche Punkte zu komprimieren und auf dem Flur in fünf Minuten möglichst viele Informationen aus Ihrem Professor herauszuholen. Nutzen Sie diese Fähigkeiten, zeigen Sie den Personalern, dass Ihnen ein kompetenter Gesprächspartner gegenüber sitzt. Zu dick auftragen sollten Sie aber nicht, Vorträge und Monologe kommen nicht gut an!