Geisteswissenschaftler: Karriere im Ausland

Viele Geisteswissenschaftler lockt eine Karriere im Ausland. Denn angelsächsische Unternehmen haben bereits ihr Potential in der Wirtschaft erkannt.


Die Hürde die viele Geisteswissenschaftler auf dem Weg zur Karriere überwinden müssen, ist die Entfernung der erlernten Studieninhalte zur Berufswelt. Trotzdem raten Karriereexperten nach wie vor zu einem Studium, dass die eigenen Interessen widerspiegelt. Das Fachwissen, welches für einen Beruf wichtig ist, kann auch nach dem Studium erworben werden.

Kenne deine Stärken
Was Geisteswissenschaftler in ihrem Studium lernen ist lösungsorientiertes Denken, soziale Kompetenz, Organisationsvermögen und Kreativität. Dies alles sind Fähigkeiten, die auch in der freien Wirtschaft immer mehr gesucht und geschätzt werden. Wirtschaftswissenschaftler oder Juristen haben schon zu Anfang des Studiums einen vorgefertigten Karriereplan, den sie stringent verfolgen können. Geisteswissenschaftler haben es in dieser Hinsicht weitaus schwerer. Wer ein geisteswissenschaftliches Fach studiert, muss sich neben dem Studium noch Gedanken über seine Stärken, Vorlieben und Fähigkeiten machen und darüber, wie er diese am besten in den Arbeitsmarkt einbringen kann.

Aus der Not eine Tugend machen
Geisteswissenschaftlern steht als Quereinsteiger ein große Vielfalt an potentiellen Arbeitsstellen zur Verfügung, von denen andere Alumni nur träumen können. Leider sind sich viele Geisteswissenschaftler ihres Potentials und den damit verbundenen Chancen nicht einmal bewusst. An vielen Hochschulen werden aus diesem Grund Programme angeboten, die Geisteswissenschaftlern beim Sprung in die Arbeitswelt behilflich sein sollen.Wichtig für Geisteswissenschaftler ist zu wissen, in welche Richtung die eigene Karriere laufen soll. Danach gilt es nur noch sich entsprechend seiner Fähigkeiten zu verkaufen und Eigeninitiative zu beweisen. Viele ausgeschriebene Stellen sind zwar auch für Geisteswissenschaftler geeignet, jedoch werden sie selten auch als solche deklariert. Hier gilt es sich initiativ zu bewerben und den Verantwortlichen von seinen Qualitäten zu überzeugen.

"Train for skills, hire for attitude"
Trotzdem die Wirtschaft das Potential von Geisteswissenschaftlern erkannt hat, werden die meisten ausgeschriebenen Stellen auch heute noch eher an Wirtschaftswissenschaftler vergeben. Geisteswissenschaftler müssen sich hierzulande mit Praktika oder Volontariaten über Wasser halten, die im Verhältnis zur geleisteten Arbeitskraft oftmals sehr schlecht bezahlt werden. Anders sieht es in Ländern wie den USA und Großbritannien aus. Hier setzen viele Unternehmen auf gemischte Teams aus Wirtschafts- und Geisteswissenschaftlern, die sich ideal ergänzen. Zwar zählt auch in diesem Ländern die fachliche Qualifikation, allerdings setzt man hier vermehrt auch auf soziale Kompetenzen, Eigeninitiative und Motivation. Und so lautet das Motto der meisten großen angelsächsischen Unternehmen bereits: „Train for skills, hire for attitude“. Kein Wunder also, dass es immer mehr Geisteswissenschaftler ins Ausland zu ziehen scheint. In einer Umfrage an verschiedenen Hochschulen im Jahre 2008 zeigte sich, dass 11,6 Prozent aller Absolventen eines geisteswissenschaftlichen Studiums Deutschland verlassen möchten. Bereits 5 Prozent aller Alumni arbeiten schon im Ausland und weitere zwei Drittel können sich prinzipiell vorstellen Deutschland den Rücken zu kehren. Eine Bewerbung für eine Arbeitsstelle im Ausland kann für viele Absolventen der Beginn einer erfolgreichen Karriere sein.