Geisteswissenschaftler: Quereinstieg riskieren

Für Geisteswissenschaftler rentiert es sich zunehmend, den Quereinstieg in die Wirtschaft zu riskieren.


Trotz des schlechten Rufes, der einem Studium der Geisteswissenschaften leider immer noch anhängt, scheint es, als rentiere es sich zunehmend für Geisteswissenschaftler, den Blick Richtung Wirtschaft zu wagen. Denn viele Unternehmen blicken nicht mehr nur auf die fachliche Ausbildung ihres Personals, sondern vielmehr auf die Gesamtpersönlichkeit.

Geisteswissenschaftler punkten
Die Situation für Geisteswissenschaftlicher auf dem Arbeitsmarkt hat sich deutlich verbessert. Die Ursache dafür ist nicht nur der akute Mangel an Fachkräften, sondern auch die Erkenntnis vieler Arbeitgeber, dass eben nicht nur fachliches Wissen und Erfahrung zählen. Viele setzen vermehrt auf die Persönlichkeit, auf Kreativität und die vielfältigen Sichtweisen, die Geisteswissenschaftler oft mit sich bringen. Doch nicht nur in dieser Hinsicht bereichern sie die Unternehmen, auch mit sehr viel mehr Auslandserfahrungen oder speziellen Fremdsprachenkenntnissen können Geisteswissenschaftler oft punkten. Besonders aber die Mischung aus Quereinsteigern aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich und Fachkräften ist es, die für ein Unternehmen von Vorteil ist.


Verschiedene Einstiegsmöglichkeiten
Auch wenn Geisteswissenschaftler zunehmend Einstiegsnischen auf dem Arbeitsmarkt finden, so bedeutet dies jedoch nicht, dass sie sich tatsächlich für alle Berufszweige eignen. Für hochtechnische Berufe beispielsweise, bei denen eine fundierte ingenieurwissenschaftliche oder naturwissenschaftliche Ausbildung unerlässlich ist, eignen sich Geisteswissenschaftler natürlich nicht. Wer sich dennoch für diese Tätigkeitsbereiche interessiert, der kann im Rahmen der Unternehmenskommunikation, im Marketing, im Vertrieb oder aber im Personalwesen dennoch Einstiegsmöglichkeiten ausfindig machen. Experten gehen davon aus, dass spätestens 2015 der Mangel an Personal so groß werden wird, dass die Unternehmen nicht mehr umhin kämen, Quereinsteiger auszubilden. Dafür müssen Geisteswissenschaftler allerdings die Bereitschaft mitbringen, sich neu zu orientieren und weiterzubilden, dies gilt insbesondere für betriebswirtschaftliche Qualifikationen.

Voraussetzungen und Bewerbung
Voraussetzung für einen Quereinstieg ist in jedem Fall ein hohes Maß an Aufgeschlossenheit gegenüber völlig neuen Themen und Aufgaben. Daher ist es empfehlenswert, sich vorher über die eigenen Stärken und Schwächen unbedingt im Klaren zu sein. Hat man sich für eine Branche entschieden, gilt es, Kontakt mit den jeweiligen Personen aufzunehmen und sich ein Bild von der gewünschten Tätigkeit zu machen. Besonders im Vorstellungsgespräch kommt es bei Quereinsteigern darauf an, authentisch zu bleiben. Denn genau genau darum geht es bei den Quereinsteigern, die eben durch ihre Authentizität, ihr Anderssein und ihre autonome Persönlichkeit beim Arbeitgeber punkten. Nach dem Bewerbungsgespräch sollte klar sein, dass sich der Bewerber zwar anpassen kann, sich aber nicht verbiegen lässt und seine Sichtweisen beibehält. Denn eben diese ist es, die schließlich den Reiz für eine Anstellung im Unternehmen ausmacht.