Gemmotherapie: natürliche Energien nutzen

Die wesentliche Grundlage der naturheilkundlichen Gemmotherapie basiert darauf, die Wachstumskräfte von Pflanzenknospen oder Schösslingen in gebündelter Form zu nutzen.


Dass viele pflanzliche Bestandteile eine spezielle Heilwirkung für den menschlichen Organismus haben können, ist allgemein bekannt und wird auch von Medizinern nicht abgestritten. Im Bereich der Naturheilkunde gibt es einen Zweig, der noch weiter geht und besagt, dass gerade die jüngsten und frischesten Teile einer Pflanze besondere Heilwirkungen haben. Diese Lehre wird unter den Begriff Gemmotherapie zusammengefasst.

Ein Extrakt aus Knospen bündelt die höchste Energie einer Pflanze
Die Idee ist im Grunde verblüffend einfach: Die Energie die in Knospen, Triebspitzen und jungen Schösslingen einer Pflanze steckt, ist die höchste. Mit Hilfe der Gemmotherapie soll diese gebündelt werden und dem Menschen beim Heilungsprozess verschiedenster Funktionsstörungen helfen. Urvater dieser speziellen Behandlungsmethode ist der belgische Arzt Henry Pol, dessen neue Therapieform ab den sechziger Jahren zunächst in Frankreich Anklang fand. Anders als bei der klassischen Homöopathie wird der Wirkstoff in der Gemmotherapie nicht aufgeschlossen und durch Potenzierung bis in kleinste Teile verringert, sondern die Pflanzensprossen werden lediglich in einer Flüssigkeit aus Wasser, Alkohol und Glyzerin aufgelöst und anschließend gefiltert. Anders ist auch die Darreichungsform. Das Präparat wird nicht in Pillen- oder Tropfenform geschluckt, sondern als Spray zwei bis drei Mal täglich vor den Mahlzeiten auf die Mundschleimhaut gesprüht.

Anwendungsgebiete und Wirkungsweisen
Die Pflanzen, die bei der Gemmotherapie zum Einsatz kommen, sind nicht besonders exotisch, sondern die meisten davon sind allgemein bekannt. Es handelt sich um Knospenextrakte des Wacholders, der Hagebutte, der schwarzen Johannisbeere sowie junger Triebe von Bäumen wie der Feige, Linde oder Esche. Verwendet werden ausschließlich Pflanzen, die wild wachsen oder aus dem biologischen Anbau stammen und unmittelbar nach ihrer Ernte noch am selben Tag verarbeitet werden müssen. Die Anwendungsgebiete sind äußerst vielseitig und werden häufig begleitend mit anderen Mitteln zur Heilung eingesetzt. Hervorgehoben wird dabei ihre Kraft zu Reinigungsprozessen im Körper oder zur Regulierung gestörter Funktionen. Wie auch bei anderen Naturkundlichen oder alternativen Heilmethoden ist der tatsächliche Nachweis ihrer Wirkung in der Fachwelt umstritten. Doch über gefährliche Risiken und Nebenwirkungen ist im Rahmen der Gemmotherapie bisher nichts bekannt. Trotzdem sollten Sie sich von einem Arzt oder Apotheker vor der Anwendung eines Mittels beraten lassen.