Ließe man der Industrie ihren Willen, wären alle unsere pflanzlichen Lebensmittel mittlerweile nur noch in genetisch veränderter Form auf Feld und Teller zu finden. So mancher wird sich wundern und darauf hinweisen, dass in unseren Supermärkten doch kaum Lebensmittel als genverändert ausgewiesen sind. So schlimm kann es dann also nicht sein, oder? So werden jedoch die meisten Verbraucher bewusst getäuscht. Denn nur, weil etwas nicht entsprechend ausgezeichnet ist, bedeutet es noch gar nichts. Doch auch ausgezeichneten Lebensmittel kann man nicht immer trauen. Und so dreht sich die Spirale der vertuschten und falschen Information bei dem Thema Gentechnologie immer weiter.
Warum Gentechnik?
Bei der Diskussion über die Frage „Gentechnik, ja oder nein?“, sollte man zunächst wissen, welche Ziele mit genmanipulierten Pflanzen verfolgt werden. Das wichtigste Ziel ist, die Pflanzen resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten zu machen. Auf diese Weise soll es eigentlich möglich werden, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einzuschränken. Auch soll der Ertrag pro Pflanze quantitativ gesteigert werden. Das dritte fragwürdige Ziel ist, den Ertrag hinsichtlich seiner Qualität und den Eigenschaften, an die Bedürfnisse als Nahrungsmittel und Industrierohstoff, anzupassen.
Das Spiel auf unerforschtem Gebiet
Es ist ein Fakt, dass die Manipulation von DNA an eine Reihe nicht einschätzbarer Risiken gebunden ist. Die Manipulationen, wie sie heute vorgenommen werden, haben entgegen vieler Behauptungen nichts mehr mit naturähnlicher „Verbesserung“ oder „Anpassung“ zu tun, denn es werden keinerlei Artgrenzen eingehalten. Eine Kombination von Pflanzengenen, mit Bestandteilen der DNA von Bakterien oder Viren sind die Regel, obwohl die DNA noch immer als ein weitestgehend unerforschtes Gebiet gilt. Es kann weder gesteuert werden, wo im DNA-Strang ein hineinmanipuliertes Gen landet, noch welche Wechselwirkung es mit den anderen Genen zeigt.
Unkontrollierte Auswirkung auf die Umwelt
Auch ist es im hohen Maße problematisch, dass sich solche veränderten Laborpflanzen unkontrolliert verbreiten, in das bestehende Ökosystem gelangen und dieses völlig aus dem Gleichgewicht bringen können. Die lächerlichen Mindestabstände zu anderen, nicht manipulierten, Nutzpflanzen auf landwirtschaftlichen Flächen wirken schon fast höhnisch. Auch die Umwelt wird belastet, denn gentechnisch veränderte Pflanzen enthalten eingebaute Insektizide, wodurch Schädlinge wiederum schneller resistent gegen Pflanzenschutzmittel werden und die Pflanzen daraufhin verstärkt gespritzt werden müssen. Nicht zu verachten sind die Nebenwirkungen auf den menschlichen Organismus. Man weiß nicht, welche gesundheitliche Folgen es haben kann, wobei eine Verstärkung oder Auslösung von Allergien heute schon ein bekanntes Phänomen ist.
Problem: Keine Kennzeichnung
Bisher müssen keine Lebensmittel, die genmanipuliert sind oder solche Inhaltsstoffe enthalten, gekennzeichnet werden. Es gibt lediglich die Möglichkeit einer freiwilligen Kennzeichnung der Produkte als „Gentechnikfrei“. Die Resonanz darauf zeichnet jedoch ein deutliches und beunruhigendes Bild hinsichtlich der Verbreitung genmanipulierter Pflanzen. Die wenigsten Anbieter nutzen diese Möglichkeit, was gleichbedeutend damit ist, dass die übrigen Anbieter eben keineswegs gentechnikfrei arbeiten. Gerade bei Fleisch-, Ei- und Milcherzeugnissen erfolgt keine Kennzeichnung, da die Nutztiere in der Regel mit genmanipulierten Pflanzen gefüttert werden. Wer also bewusst auf manipulierte Produkte verzichten möchte, muss gezielt nach gentechnikfreien Produkten suchen. Abgesehen davon, gibt es natürlich schon längst genmanipulierte Nutztiere, auf deren DNA Konzerne Patente besitzen. Eine interessante Frage ist auch, warum die Lebensmittel- und Saatgutkonzerne nicht auf die Meinung der Konsumenten eingehen, obwohl der Großteil der Menschen sich gegen Gentechnologie und Gen-Food ausgesprochen hat. So haben aber einige wenige Saatgutkonzerne die Kontrolle über die weltweite Lebensmittelproduktion, da sie die Patente auf das Erbgut der Pflanzen besitzen.